Die vierte Corona-Welle

Die vierte Corona-Welle trifft Deutschland mit voller Wucht. Während in anderen Ländern eine hohe Impfquote die Pandemie in Schach hält, sind die deutschen Intensivstationen voll. Müssen nun doch alle wieder in einen Lockdown? Wie kann unser Weihnachtsfest aussehen? Und wird es doch eine Impfpflicht geben?

Symbolbild: Schule in der Pandemie
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Lehrerverband-Präsident: "Wir brauchen einen Orientierungsrahmen"

Verlängerte Ferien, Maskenpflicht, Luftfilter, Impfbusse: Die Erwartungen der Lehrer an das Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten zu den Corona-Maßnahmen sind groß. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, fordert zudem eine klare Vorbereitung auf den 13. Dezember.

Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt
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Göring-Eckardt: "Es braucht eine große Kampagne"

Die heutige, nächste Bund-Länder-Runde wird wohl weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen auf den Weg bringen. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, schließt auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte nicht mehr aus. Das Boostern müsse zudem schneller gehen.

Dietmar Woidke, Landesvorsitzender der Brandenburger SPD und Ministerpräsident von Brandenburg, spricht beim Landesparteitag der SPD Brandenburg (Bild: picture alliance/ dpa)
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Interview - Woidke: "Die Impfnachfrage ist sehr groß"

Brandenburg ist mit Sachsen und Thüringen noch immer Schlusslicht bei den Corona-Impfungen, die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter hoch. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schließt nicht aus, dass es eine Verschärfung der Maßnahmen in Brandenburg geben werde. Momentan konzentriere man sich auf den Ausbau der Impfstellen.

Schüler in Südafrika mit Mund-Nasen-Schutz spielen mit einem Fußball (Bild: dpa)
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"Südafrika fühlt sich abgestraft"

Die neu entdeckte Coronavirus-Variante Omikron verbreitet sich weiter stark in Südafrika. Barbara Groeblinghoff, Leiterin der Projektgruppe der Friedrich-Naumann-Stiftung für Südafrika, erklärt, dass der weltweite Einreisestopp eine Katastrophe für die Wirtschaft des Landes bedeute.

Aktuelles

Die Corona-Krise schafft soziale Verwerfungen
Zoonar.com/Max

Gesellschaftliche Verwerfungen mit Corona

Neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens und dazwischen Schuldzuweisungen und Unverständnis. Vor allem der Graben zwischen Geimpften und Ungeimpften wird gefühlt immer größer. Der Soziologe Holger Lengfeld findet, der Begriff "Solidarität" helfe in dieser Debatte nicht weiter.

Ein geschlossener Festsaal Kreuzberg. (Bild: IMAGO / Jürgen Held)
IMAGO / Jürgen Held

Berliner Clubs hoffen auf PCR-Tests statt Lockdown

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass Clubs in der Hauptstadt bald wohl wieder in einen Corona-Lockdown müssen. Der Sprecher der Berliner Clubcommission Lutz Leichsenring sieht nur einen Ausweg: verpflichtende PCR-Tests.

Menschen stehen vor einem Corona-Testzentrum am Fernsehturm an (Bild: picture alliance/dpa)
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Städtebund: "Brauchen Mut, die Bundesnotbremse wieder einzuführen"

Bund und Länder beraten am Dienstag über die Corona-Lage in Deutschland. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg hält die Maßnahmen der künftigen Ampelregierung für nicht ausreichend.

Ein Aufsteller mit dem Hinweis auf 2G plus steht vor einem Restaurant (Bild: dpa)
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DEHOGA: "Der Branche geht es sehr, sehr schlecht"

Beim Bund-Länder-Treffen am Dienstag soll es um eine Verschärfung der Maßnahmen in der Corona-Pandemie gehen. Die Gaststätten und Hotels blicken sorgenvoll auf mögliche, neue Regeln. Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Berlin beklagt, die Umsätze seien im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 deutlich zurückgegangen.

Bundesverfassungsgericht: Schulschließungen und Ausgangssperren nicht verfassungswidrig
SVEN SIMON

Frei (CDU): Wir brauchen Kontaktreduktion, um vierte Welle zu brechen

Laut Bundesverfassungsgericht waren Schulschließungen und andere Maßnahmen im Kampf gegen Corona nicht verfassungswidrig. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei spricht sich für die Wiederaufnahme der epidemischen Lage nationaler Tragweite oder eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes aus.

Eine lange Reihe von Menschen wartet in Lübbenau vor einem Corona-Impfbus (Bild: dpa)
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KVBB: Impfstoffmangel auch in Brandenburg

In Brandenburg werden in den Landkreisen Impfstellen geöffnet, mobile Teams sind unterwegs und auch Arztpraxen haben ordentlich zu tun. Doch aktuell gebe es nicht genügend Impfstoff, sagt Peter Noack von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg.

Illustration: Die neuartige Variante des Coronavirus wurde mit dem griechischen Buchstaben Omicron bezeichnet.
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Omikron-Variante: Was ist bisher bekannt?

In Südafrika ist eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden, die die Welt beunruhigt. Auch in Deutschland wurde die Mutation schon nachgewiesen. Was bisher über die Omikron-Variante bekannt ist, erklärt Wissenschaftsredakteurin Lena Petersen.

Eine Frau bekommt in einem Impfzentrum in Katlehong östlich von Johannesburg eine Impfung gegen das Coronavirus.
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Neue Corona-Variante: "Impfstoffe wirken trotzdem"

In Südafrika ist eine neue Variante des Coronavirus entstanden. Die Bundesregierung schränkt deshalb den Flugverkehr in das Land ein. Der Virologe Klaus Stöhr hält Reisebeschränkungen für sinnlos und beruhigt: Die Impfstoffe wirkten auch gegen mutierte Coronaviren.

Bürger warten vor der Corona-Impfstation direkt am Weihnachtsmarkt. Vor der stationär eingerichteten Impfstelle zwischen Glühweinstand und Würstchenbude bildeten sich lange Schlangen.
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Leopoldina setzt auf Zeitgewinn durch eingeschränkte Kontakte

Die neue Bundesregierung will einen interdisziplinären Corona-Krisenstab einrichten. Der Vizepräsident der Gelehrtengesellschaft Leopoldina Robert Schlögl hält das für eine gute Idee, sagt aber auch: Es müsse nun schnell gehen, damit es nicht eine fünfte Corona-Welle gebe.

Ein Wandbild in Mumbai macht auf Hygienemaßnahmen in der Corona-Pandemie hin
picture alliance / ZUMAPRESS.com

"Omikron ist ein weiteres Symptom dieser globalen Pandemie"

Bei einer Sondersitzung de Weltgesundheitsorganisation WHO beraten 194 Länder über die Pandemievorsorge. Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen kritisiert die "künstliche Verknappung" der Corona-Impfstoffe weltweit, weil die Produktion nicht ausgebaut werde.

Ihre Fragen zu Corona

Ein Lehrer betreut eine Schülerin im Rahmen eines Unterrichtsformats, das beim Aufholen von Lernlücken unterstützen soll.
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Die vierte Corona-Welle bei Kindern

Kinder und Jugendliche sind bisher von der vierten Welle am stärksten betroffen. In Kürze wird die Zulassung von Impfstoffen für Kinder erwartet. Lena Petersen beantwortet Fragen von Hörerinnen und Hörern zur Lage an Schulen und Hochschulen in der Region und zum Stand bei den Kinderimpfungen.

Menschen unsicher über Impfstoff
IMAGO / Ikon Images

Corona: Antworten auf Ihre Fragen

Die vierte Corona-Welle schwappt auch über Berlin und Brandenburg. Dazu kommen viele Fragen von unseren Hörerinnen und Hörern bei uns an. Lena Petersen aus unserer Wissenschaftsredaktion beantwortet einige davon.

Kommt die Impfpflicht?

Bundesverfassungsgericht urteilt: Schulschließungen und Ausgangssperren waren nicht verfassungswidrig
SVEN SIMON

Interview - Kuhle (FDP) plädiert für einrichtungsbezogene Impfpflicht

Das Bundesverfassungsgericht hat die inzwischen ausgelaufene Corona-Bundesnotbremse für rechtens erklärt. Die FDP hadert bislang am meisten, auf Bundesebene harte Corona-Maßnahmen vorzuschreiben. FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle könne sich aber eine Impfpflicht unter gewissen Voraussetzungen vorstellen.

Symbolbild: Impfpflicht
IMAGO / agrarmotive

Nida-Rümelin plädiert für Impfpflicht für Ältere

Die Debatte um eine Impfplicht nimmt weiter Fahrt auf. Julian Nida-Rümelin, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, findet eine Impfpflicht für Ältere und in bestimmten Berufsgruppen ethisch vertretbar, für Jüngere aber nicht. Die Pandemie müsse mit mehr Fokus auf die Risiken bekämpft werden.

Eine Mitarbeiterin zieht im Corona-Impfbus in Berlin-Mitte eine Spritze mit dem Impfstoff von Biontech auf (Bild: dpa / Kay Nietfeld)
dpa / Kay Nietfeld

Pro und Contra zur Impfpflicht

Damit wir die Corona-Pandemie endlich in den Griff bekommen, fordern mehrere Politiker inzwischen eine allgemeine Impfpflicht. Ist das der richtige Weg? Ein Pro und Contra von den Hauptstadtkorrespondenten Jim-Bob Nickschas und Hans-Joachim Vieweger.

Aufgezogene Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech liegen in einer Schale im Corona-Impfbus in Berlin-Mitte (Bild: dpa / Kay Nietfeld)
dpa / Kay Nietfeld

"Eine Impfpflicht kann hilfreich sein, um ein Umdenken herbeizuführen"

Mit einer Ausweitung der 2G-Regel wollen Berlin und Brandenburg wie andere Bundesländer auch, die vierte Welle der Corona-Pandemie brechen. Dem Sozialpsychologen Ulrich Wagner geht das nicht weit genug. Er fordert eine Impfpflicht für alle Menschen in Deutschland.

Lage in den Krankenhäusern

Auf der Covid-Station, einem Bereich der Operativen Intensivstation vom Universitätsklinikum Leipzig versorgen Ärzte, Schwestern und Pfleger einen Patienten (Bild: dpa)
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Interview - DIVI-Präsident: "Es ist eine bedrohliche Lage"

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist zwar aktuell leicht gesunken, aber laut Experten gibt es überhaupt keinen Grund zur Entwarnung. Die Intensivstationen würden bald an ihre Grenzen stoßen, sagt DIVI-Präsident Gernot Marx. Er spricht sich für eine Impfpflicht aus und auch ein dreiwöchiger Lockdown müsse in Betracht gezogen werden.

Symbolbild: Corona-Patient auf der Intensivstation
dpa

Intensivstationen von Elbe-Elster und Cottbus überlastet

Die vierte Corona-Welle trifft die Intensivstationen hart. Inzwischen werden Patienten etwa aus Elbe-Elster und Cottbus auch in andere Landkreise gebracht. Insgesamt 83 Prozent der Betten seien belegt, sagt der Chef der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg Detlef Troppens.

In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt
dpa

Intensivstationen: Auch in Berlin drohen Versorgungsengpässe

Immer mehr Berliner Kliniken verschieben wegen der stark steigenden Corona-Zahlen planbare Operation. Der Intensivmediziner vom Berliner St. Getraudenkrankenhaus, Jörg Weimann, warnt nun auch vor Engpässen bei der Versorgung auf den Intensivstationen.