Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen mit Abstand in ihrem Klassenraum. (Bild: dpa)
Bild: dpa

- Gesundheitsstadtrat Keller kritisiert Aussetzung der Präsenzpflicht

Der Berliner Bezirk Mitte hat mit über 3100 die höchste Inzidenz in Deutschland. Dennoch bereite Gesundheitsstadtrat Christoph Keller (Linke) Sorge, wenn Eltern frei entscheiden, ob sie Kinder zur Schule schicken. Außerdem müsse die PCR-Test-Kapazität ausgeweitet werden.

In der aktuellen Situation sei die Einschränkung der PCR-Tests auf die vulnerablen Gruppen alternativlos, sagt der Familien-, Jugend- und Gesundheitsstadtrat von Berlin-Mitte, Christoph Keller (Die Linke). "Hier muss die Kapazität ausgeweitet werden, damit dann auch vielleicht mehr als nur für die vulnerablen Gruppen PCR-Tests zur Verfügung stehen." Es gebe zudem noch offene Fragen - etwa, was die mobilen Pflegedienste angeht.

Keller kritisiert zudem die Aussetzung der Präsenzpflicht an Berliner Schulen. Demnach hätter er sich vor der Entscheidung von Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) mehr Absprache mit den Bezirken gewünscht: "[...] mit den Gesundheitsstadträt:innen oder zumindest den Amtsärzt:innen und den Schulstadträt:innen - zumindest bei mir ist da keine Anfrage angekommen."

Keller äußert Sorge, dass Kinder zu Hause bleiben, die im Präsenzunterricht am besten aufgehoben wären


Dass Eltern jetzt frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht, bereite ihm Sorge, so Keller: "Ich befürchte, dass spätestens nach den Ferien wahrscheinlich gerade die Kinder zuhause bleiben, die im Präsenzunterricht vielleicht am besten aufgehoben wären, weil sie Zuhause vielleicht nicht die Unterstützung und die Möglichkeiten haben, die andere besitzen."

Bildungssenatorin Busse hatte am Montag angekündigt, dass die Präsenzpflicht an Schulen wegen der Corona-Infektionslage ab Dienstag und bis Ende Februar aufgehoben wird. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) begründete den Schritt damit, dass die Gesundheitsämter beschlossen haben, die Kontaktnachverfolgung in Schulen auszusetzen und Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne zu schicken.

Keller (Linke): Neues Vorgehen bei Quarantänen von Kontakten in der Schule schützt die Kinder


Diese veränderte Strategie begrüßt Keller: "Tatsächlich sehen wir gemeinsam mit den Amtsärzten es so, dass das neue Vorgehen, wie wir die Kontakte beziehungsweise die Quarantäne in der Schule behandeln, dass das die Kinder besser schützt." Statt pauschale Quarantänen auszusprechen, wolle man zielgerichtet testen und damit möglichst vielen Kindern die Teilnahme am Unterricht ermöglichen. "Das ist auf lange Sicht gesehen natürlich gut, denn nicht nur die Corona-Infektion trägt ja sozusagen zum Gesundheitszustand der Kinder bei, sondern auch die sozialen Faktoren."

Auch auf inforadio.de