Symbolbild: Kinder in der Kita
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- Infektiologe: Besser tägliche Tests statt Quarantäne in Kitas

Fast ein Viertel der Berliner Kitas sind derzeit ganz oder teilweise geschlossen. Der Infektiologe und Kinderarzt Tobias Tenenbaum schlägt deshalb vor, die Kontaktpersonen an Kitas nicht mehr in Quarantäne zu schicken. Bei steigenden Infektionszahlen könne es sonst bald zu einem faktischen Lockdown kommen.

Deutschland stehe noch am Anfang der Omikron-Welle und der Scheitelpunkt sei noch nicht abzusehen. "Wenn wir jetzt schon anfangen, alle Kinder in Quarantäne zu schicken in größerem Ausmaß, weil es ja viele Fälle in der Bevölkerung gibt, dann kommen wir faktisch einem Lockdown gleich", sagt der Chefarzt der Sana-Kinderklinik in Berlin-Lichtenberg und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie.

Medizinier befürchtet Quarantäne-Endlosschleife

 

"Deshalb wäre mein Plädoyer, etablierte Tools, die wir ja schon haben, flächendeckend in Kitas und Schulen anzuwenden", sagt Tenenbaum. Studien zeigten, dass große Gruppen von Kindern ausreichend sicher seien, wenn Kontaktpersonen weiter in der Einrichtung bleiben und täglich getestet werden.

"Wir wissen, dass die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder in der Pandemie schon sehr stark gelitten hat", sagt der Kinderarzt. Die Belastung in dieser Altersgruppe sei besonders hoch. Eine erneute Isolation könne für die Kinder weitere fatale Folgen haben. "Es könnte passieren, dass wir von einer in die nächste Quarantäne-Situation kommen und wir uns dann in einer langen Schleife befinden, deren Ende nicht abzusehen ist", so Tenenbaum.

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