Eine Ampulle mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty steht bei einer Impfaktion des DRK bereit (Bild: dpa / Boris Roessler)
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- "Der Impfstoff kommt nicht so schnell, wie wir ihn bräuchten"

Gesundheitsminister Karl Lauterbach befürchtet, dass Anfang des kommenden Jahres der Corona-Impfstoff knapp werden könnte. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen sieht dadurch auch das Ziel von 30 Mio. Corona-Impfungen bis Jahresende in Gefahr.

Als erste Amtshandlung hat der neuen Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine Impfstoff-Inventur durchführen lassen. Das Ergebnis sieht nicht gut aus. Im ersten Quartal des kommenden Jahres könnte der Corona-Impfstoff in Deutschland knapp werden.

Eine erneute Impfstoffknappheit sei in der aktuellen Situation genau das falsche Signal, sagt Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Gerade jetzt sei die Nachfrage auch nach Erst- und Zweitimpfungen wieder stark angestiegen. "Wir haben in der letzten Woche Rekordimpfquoten in den Praxen hingelegt, über 4,5 Millionen wurden da geimpft."

Impfstoffknappheit schon zwischen den Jahren

 

Angesichts der Aussagen über eine mögliche Impfstoffknappheit befürchtet Gassen, dass der Run auf die Arztpraxen noch weiter zunehmen wird. "In der aktuellen Situation kommt der Impfstoff nicht so schnell, wie wir ihn bräuchten." Das gelte sowohl für die Praxen, aber auch für die Impfzentren und mobilen Impfteams.

Der Ärztevertreter prognostiziert, dass sich die Impfstoffknappheit schon zwischen Weihnachten und Silvester bemerkbar machen dürfte. Die aktuelle Zahl von 6,5 Millionen Impfungen pro Woche sei bei einer Kontingentierung des Impfstoffs nicht zu halten. "Das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Jahresende, das Kanzler Scholz ausgegeben hat, wird so sehr schwierig."

Hintergrund

Lauterbach: Zu wenig Impfstoff -

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bestätigt, dass es Anfang nächsten Jahres wohl nicht genug Impfstoff für die geplanten Booster-Impfungen geben wird.

Er sprach in der ARD von einem Mangel, der ihn und andere überrascht habe. Wieviel Impfstoff genau fehlt, sagte der SPD-Politiker nicht.

Vorher hatte Lauterbach die vorrätigen Impfstoff-Mengen überprüfen lassen. Demnach reichen die Reserven und Bestellungen für Januar bis März nicht aus. Er nutze aber alle Möglichkeiten, um zusätzlichen Impfstoff zu beschaffen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Nachricht ein "fatales Signal" genannt - gerade habe man ein Rekord-Tempo beim Impfen in den Praxen erreicht.

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