Eine Intensivpflegerin betreut auf der Intensivstation des Berliner Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe einen Covid-19-Patienten (Bild: dpa / Christoph Soeder)
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- Intensivmediziner Weimann: Mehr Corona-Patienten auf Normalstationen

Obwohl die Corona-Inzidenz in den vergangenen Tagen leicht gesunken ist, befindet sie sich weiter auf sehr hohem Niveau. In den Krankenhäusern ist insbesondere auf den Normalstationen noch keine Entspannung in Sicht, sagt Jörg Weimann, Chefarzt am Berliner Sankt Gertrauden-Krankenhaus.

Zwar sei die Anzahl der Patienten auf den Intensivstationen im vergangenen Monat in Berlin stabil geblieben, erklärt Jörg Weimann, Chefarzt der Intensivmedizin am Berliner Sankt Gertrauden-Krankenhaus. "Demgegenüber müssen wir aber auf den Normalstationen fast doppelt so viele Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandeln wie noch vor vier Wochen."

Entspannung in den Kliniken erst in ein paar Wochen

 

In den Kliniken habe man den Scheitelpunkt der Omikron-Welle noch nicht überschritten, warnt Weimann. Deswegen blickt er mit großer Vorsicht auf die geplanten Lockerungen der Politik zum 20. März. "Es hat ein Umdenken bei der Teststrategie stattgefunden, sodass jetzt nicht mehr alle Infektionen erfasst werden." In dieser Situation Lockerungen zu beschließen, sei in etwa so, wie wenn man mitten in einem Sturm das Schiffs-GPS ausschaltet und nur noch mit Echolot navigiert.

Trotzdem müsse man auch festhalten, dass die Omikron-Variante des Coronavirus generell zu leichteren Krankheitsverläufen führe, sagt Weimann. "Daran ist nichts mehr herumzudeuteln." Gefährlich sei die Lage deswegen aktuell nicht. "Aber auf den Normalstationen gibt es noch keine Entspannung, was wir auch am Personal sehen, das weiterhin ausfällt." Auch wenn die Krankheitswelle beim Klinikpersonal vorüber sei, werde es noch ein paar Wochen dauern, bis sich die Lage auch in den Kliniken entspannt.