Impfwillige gehen im Impfzentrum am ehemaligen Flughafen Tegel über einen Gang (Bild: dpa / Paul Zinken)
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Wissenswerte - Epidemiologe: "Möglichst viele Infektionen müssen verhindert werden"

Am Mittwoch befasst sich der Bundestag mit dem Gesetzentwurf für eine allgemeine Impfpflicht. Der Epidemiologe Hajo Zeeb findet es noch nicht zu spät für eine solche Regelung und strebt eine Impfquote von 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung an.

Am Mittwoch diskutiert der Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht gegen Covid-19. Zu spät – sagen Kritiker: Zwar gebe es durch die Omicron-Variante viele Infektionen, diese verliefen jedoch meist recht harmlos. Bringt eine Impfpflicht also tatsächlich gar nichts mehr?

Der Epidemiologe Hajo Zeeb leitet im Leibniz-Institut die Prävention und Evaluation. Er sieht mehrere Gründe, die dennoch für eine Impfpflicht sprechen: "Einerseits ist es so, dass die Immunität nach einer Infektion nicht so stark ausgeprägt ist und nicht so lange anhält." Außerdem sei da noch die Frage der möglichen Spätfolgen: "Möglichst viele Infektionen müssen verhindert werden, damit nicht so viele Long Covid–Fälle in der Zukunft auftreten."

Impfquote von 80 bis 90 Prozent erstrebenswert

 

Laut Zeeb ist es erstrebenswert, bei der Impfquote in den Bereich von 80 bis 90 Prozent zu kommen, damit könne man sicher sein, "dass sich die Immunität in der Bevölkerung wirklich gut entwickelt und damit hat man die bestmögliche Voraussetzung, dann auch zukünftigen Infektionen mit anderen Varianten entgegentreten zu können."

Was eine vierte Impfung angeht, zeigt sich Zeeb vorsichtig: "Ich denke, dass es nicht günstig ist für die individuellen Immunsysteme, in kurzen Abständen dauernd Impfungen zu machen. […] Da sollte man sehr genau gucken, was da das beste ist. Wir gucken auf die Daten aus Israel, wo sich eben zeigt, dass zum Beispiel die vierte Impfung mit den genau gleichen Impfstoffen nicht unbedingt sehr erfolgversprechend ist."

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