Zahlreiche Menschen ziehen bei einer Demonstration gegen die aktuelle Corona-Politik durch Nürnberg (Bild: dpa)
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- Protestforscher sieht Spaltung der Gesellschaft kommen

Regelmäßig gehen Menschen gegen die Corona-Maßnahmen und gegen das Impfen auf die Straße. Protestforscher Dieter Rucht erläutert, wie aus Polarisierungen und Anfeindungen langfristig die Demokratie in Gefahr geraten könnte.

Der Protestforscher Dieter Rucht sagt, es bahne sich zumindest eine Spaltung in der Gesellschaft an. Von der könne auch bereits gesprochen werden, wenn sie im Verhältnis 4 zu 1 passiere: "Spaltung heißt, dass es eine Konfliktlinie gibt". Laut Rucht äußert sich das dadurch, dass mittlere Positionen schwach besetzt seien und sich die Lager anfeindeteten und polarisierten.

Demokratie in Gefahr

 

Auf der gesamtgesellschaftlichen und politischen Ebene könne dies bedeuten, dass es zunehmend Feindschaften gebe, Leute sich bekämpften und dass langfristig die Demokratie in Gefahr gerate. Es gebe bislang kein präzises Bild über die Corona-Protestierenden, aber Eindrücke durch die Medien. Rucht sieht eine zunehmende Rolle rechtsradikaler Kräfte bei den Protesten: "Da geben die Rechten inzwischen den Ton an", sagt der Protestforscher.

Skepsis bei Kommunikationsverboten

 

Zur Diskussion um die Rolle des Messenger-Dienstes Telegram bei den Corona-Protesten sagt Rucht: "Man muss natürlich auch Beschränkungen vornehmen, zum Beispiel was die nicht legalen Auftritte, die Verletzung von Regeln angeht. Man kann ja einiges tun mit Blick auf die Demonstrationen, Repression ist nur eine Möglichkeit. Man kann auch etwas anderes tun, aber jetzt Kommunikatonsverbote quasi zu erlassen oder das auf dem technischen Weg behindern zu wollen: das scheint mir der völlig verkehrte Weg".

 

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