Ein Mädchen lächert nach einer Corona-Impfung in einer Schule in Santa Ana (Kalifornien)ihre Mutter an.
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Interview - Kinderärzte-Verband lehnt Impfaktionen in Schulen ab

Am Montag geht es los mit der Auslieferung des Kinder-Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Zunächst sollen vor allem vorerkrankte Kinder geimpft werden. Jakob Maske, Bundessprecher des Berufsverbands der Kinderärzte, rät Eltern von gesunden 5- bis 11-Jährigen, auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu warten. Impfungen in Schulen lehnt er ab.

Es sei unnötig, eine solche Notfallmaßnahme heraufzubeschwören, sagt Maske. "Es ist auch eine Verschwendung von Ressourcen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die wir nicht verstehen können, und insofern würden wir diese Maßnahme tatsächlich auch nicht befürworten und unterstützen."

Laut Maske reichen die Kapazitäten der Kinder- und Jugendärzte sowie der Impfzentren aus. Auch die Hausärzte würden sicher mithelfen. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung sollen ab Mittwoch Fünf- bis Elfjährige an den Impfzentren sowie an jeweils einer Schule pro Bezirk geimpft werden. Laut Maske kann es in den Praxen voraussichtlich schon am Dienstag losgehen.

"Datenlage sieht recht gut aus"


Dabei gehe es vor allem um chronisch kranke Kinder, so der Arzt. Den Eltern gesunder Kinder rät er, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abzuwarten. Dazu lägen noch nicht alle Daten vor. Die Anfangsdaten "sehen schon recht gut aus", so dass wenig Risiko zu erwarte sei, so Maske.

"Aber wir wollen nicht sozusagen spekulieren, sondern wir wollen es wissen und dann den Eltern tatsächlich auch entgegen treten und sagen: 'Das ist eine sichere Impfung auch für eure Kinder'", erklärt der Kinderarzt.