Afghanistan unter den Taliban

Nach der erneuten Machtergreifung der Taliban in Afghanistan steht die internationale Staatengemeinschaft vor der Frage: Wie geht es weiter? Inforadio blickt auf die aktuellen Entwicklungen, analysiert die Lage mit Politik-Expertinnen und -Experten und schaut, was die Machtergreifung für die Menschen vor Ort bedeutet.

Geflüchtete aus Afghanistan

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Flucht aus Afghanistan: "Wir waren am Ende unserer Kräfte"

Ellinor Zeino war bis vor Kurzem Büroleiterin für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul. Sie hat auf eigene Initiative ihre afghanischen Stiftungsmitarbeiter auf dem Landweg nach Pakistan bringen lassen. Wie das gelungen ist, erzählt sie im Interview.

Abzug beendet - Und nun?

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EU und die Krise in Afghanistan: "Wir werden uns engagieren"

Am Donnerstag treffen sich die EU-Außenminister in Slowenien, um über die Lage in Afghanistan zu beraten. Der parteilose österreichische Außenminister Alexander Schallenberg spricht sich für eine europäische Hilfe für Afghanistans Nachbarstaaten und für Gespräche mit den Taliban aus.

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Nichts ist gut in Afghanistan

Das letzte US-Flugzeug hat Afghanistan verlassen, der Truppenabzug ist damit abgeschlossen, der Militär-Einsatz am Hindukusch nach 20 Jahren beendet. Jetzt wird Bilanz des NATO-Einsatzes gezogen. Nichts scheint erreicht worden zu sein. Von Georg Schwarte

Terrororganisationen in Afghanistan

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Wer oder was ist ISIS-K?

Der Anschlag vor dem Flughafen von Kabul hat schlimme Befürchtungen bestätigt. Zu diesem Anschlag hat sich ein Ableger der Terrormiliz IS mit dem Namen "ISIS-K" bekannt. Wer ist diese Splittergruppe und wie steht sie zu den Taliban? Hintergründe vom ARD-Terrorismusexperten Michael Götschenberg.

Weitere Interviews

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Treffen Sicherheitsrat: Flughafen Kabul könnte UN-Schutzzone werden

Möglicherweise einigt sich der Weltsicherheitsrat auf eine UN-Schutzzone für den Flughafen in Kabul. Diese Hoffnung hat der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger. Keine der fünf Vetomächte habe ein Interesse an einer instabilen Lage in Afghanistan.

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Orientalist Kermani: Abzug aus Afghanistan war falsch

Der 20-jährige Militäreinsatz in Afghanistan endete in einem Desaster. Die Tragödie, die man nun erlebe, sei nicht die Folge des Einsatzes, sondern des Rückzugs, sagt der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani. Der Westen habe sich damit auch massiv selbst geschadet.

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Bundeswehr-Soldaten: Umgang mit Ortskräften wird "Spuren hinterlassen"

Die Bundeswehr hat ihre Rettungsaktion in Kabul beendet. Der deutsche Umgang mit ihren Ortskräften werde bei den Soldatinnen und Soldaten "Spuren hinterlassen", ist sich der Politologe Carlo Masala sicher. Viele hätte eine enge Verbindung gehabt und nun herrsche das Gefühl vor, die Afghanen im Stich gelassen zu haben.

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Naumann: "Deutsche Politiker haben versagt"

Die Bundeswehr hat ihre Rettungsaktion in Afghanistan beendet. Man hätte die Ortskräfte schon früher in Sicherheit bringen können, der politische Wille habe gefehlt, sagt der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Klaus Naumann. Nun gehe es um die Glaubwürdigkeit Deutschlands.

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Bombendrohungen in Kabul: "Die Verzweiflung ist enorm"

Die Bundeswehr bereitet das Ende ihres Evakuierungseinsatzes in Afghanistan vor. Hans-Jürgen Domani, ehemaliger Verbindungsoffizier der Bundeswehr, versucht weiter zu helfen. Doch er ist sich auch sicher: "Unsere deutschen Ortskräfte wird keiner mehr abholen."

"Bundesregierung setzt ihre katastrophale Afghanistan-Politik fort"

Der Bundestag kommt zu einer Sondersitzung zusammen: Dabei geht es unter anderem um den Einsatz der Bundeswehr für Evakuierungsflüge in Afghanistan. Der Verteidigungsexperte der Linken, Tobias Pflüger übt scharfe Kritik an der Regierung und erklärt, warum seine Partei dem Einsatz nicht zustimmen wird.

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USA-Experte: "Die Amerikaner werden sich weiter nach Asien wenden"

US-Präsident Joe Biden bleibt dabei, seine Truppen nächste Woche aus Afghanistan abzuziehen. Ohne sie hat Deutschland quasi keine Chance auf weitere Evakuierungen. USA-Experte Josef Braml meint, Europa können sich auf die USA nicht mehr verlassen und drohe zum "Kollateratalschaden der Geschichte zu werden".

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Welthungerhilfe will weiter in Afghanistan arbeiten

Viele internationale Hilfsorganisationen haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Afghanistan. Darunter auch die Welthungerhilfe. Generalsekretär Mathias Mogge meint: Viele Unterstützer unter den Afghanen sorgten sich nach der Machtübernahme durch die Taliban um ihr Leben.

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CDU zu Afghanistan: "Bereit, unseren Einsatz fortzusetzen"

Der Verteidigungsexperte der Union, Johann Wadephul, hat sich dafür ausgesprochen, den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan über den August hinaus fortzusetzen. Am Dienstag soll es einen Sondergipfel der G7-Staaten zu Afghanistan geben.

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Afghanische Ortskräfte: "Erschöpft und müde - aber gut versorgt"

Die ersten Ortskräfte aus Afghanistan sind am frühen Freitagmorgen in Brandenburg angekommen. Olaf Jansen, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg, erklärt warum sich die Ankunft verzögert hat und wie es nun für die Geflüchteten weitergeht.

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"Entwicklungshilfe darf Taliban nicht querfinanzieren"

Die Taliban scheinen ein Finanzproblem zu haben, denn fast die kompletten afghanischen Gold- und Devisenreserven lagern offenbar im Ausland. Deswegen die ausländische Entwicklungshilfe vor allem im humanitären Bereich einzufrieren sei aber nicht sinnvoll, so Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network.

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SPD-Fraktionschef: Mit Taliban verhandeln, um Zivilisten zu retten

Deutsche Diplomaten sind mit den Taliban aus Afghanisten im Gespräch. Ihr Ziel: Möglichst vielen früheren Helfern der Bundeswehr die Ausreise zu ermöglichen. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich ist das grundsätzlich die richtige Taktik.

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Kabul: Tausende Menschen liegen auf Lauer vor Taliban-Posten

Mit der Eroberung Kabuls durch die Taliban stecken viele Helfer der Deutschen in der Falle. Hans-Jürgen Domani versucht, aus der Ferne zu helfen. Er hat die Dokumente vieler gespeichert und sollten sie es zum Flughafen schaffen, kann seine Telefonnummer ihre Freiheit bedeuten.

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Geflüchtete aus Afghanistan: Stübgen rechnet mit traumatisierten Menschen

Die ersten geflüchteten Helfer der Bundeswehr aus Afghanistan kommen in Brandenburg an. Sie sollen bis Dienstag bleiben und nach einer Quarantäne auf die Bundesländer verteilt werden. Innenminister Michael Stübgen (CDU) sagt: Die zum Teil "schwerst traumatisierten Menschen" müssten erst mal zur Ruhe kommen.

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Afghanistan: "Das Scheitern dieses Einsatzes ist ein politisches"

Die Taliban haben Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht. Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, widerspricht den Beteuerungen aus der Politik und sagt: Die Entwicklung in Afghanistan sei sehr wohl vorhersehbar gewesen.

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Talibansieg – "Wie ein mahnender Chor, der nicht gehört wird"

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan habe man "falsch eingeschätzt" sagt nicht nur Außenminister Heiko Maas (SPD). Dem widersprechen einige Diplomaten, unter anderem Hans-Ulrich Seidt, der 2006 bis 2008 in Kabul als deutscher Botschafter tätig war. Die politische Ebene wollte nicht auf die Mahnerinnen und Mahner hören, sagt er.

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Afghanistan-Expertin: Taliban haben sich verändert

In Afghanistan zeichnet sich eine erneute Herrschaft der Taliban ab. Das Trauma ihrer brutalen Herrschaft von 1996 bis 2001 sitzt noch tief. Doch möglicherweise gehen die derzeitigen Taliban anders vor, sagt Katja Mielke, Afghanistan-Expertin beim "Bonn International Center for Conversion" (BICC).

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"Wir müssen mit den Taliban sprechen"

Die Bundesregierung erntet viel Kritik für ihr Vorgehen in Afghanistan. Auch Gunter Mulack sieht "keine wirkliche Strategie". Der Direktor des Deutschen Orient-Instituts und Ex-Botschafter sagt, nun müssten Gespräche mit den Taliban für eine Übergangsregierung folgen, damit mehr Menschen in Sicherheit gebracht werden können.

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Kiesewetter von der CDU: Müssen Luftbrücke in Afghanistan bauen

Die Taliban haben im Eiltempo die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Auch Deutschland wurde davon überrumpelt und hat jetzt Schwierigkeiten, Staatsbürger und Ortskräfte in Sicherheit zu bringen. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter betont: "Wir sind verantwortlich für diese Menschen."

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20 Jahre Einsatz in Afghanistan - alles umsonst?

Zwei Jahrzehnte lang gab es einen internationalen Militäreinsatz in Afghanistan, geführt von den USA. Doch kaum waren die ausländischen Soldaten abgezogen, übernahmen die Taliban in rasantem Tempo die Macht. Wie es dazu kommen konnte und ob der Einsatz vergebens war, ordnet unsere ehemalige Afghanistan-Korrespondentin Sabina Matthay ein.

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Krisenmanagement in Afghanistan: "Eine komplette Fehleinschätzung"

Die westliche Allianz versucht um fünf nach zwölf, ihre Zivilisten aus Afghanistan herauszuholen. Die Taliban sind längst in der Hauptstadt Kabul, die sie kampflos einnehmen konnten. Alle internationalen Nachrichtendienste hätten die Lage völlig falsch eingeschätzt, sagt ARD-Sicherheitsexperte Michael Götschenberg.

Verein: "Ortskräfte waren Politikern einfach egal"

Die Bundesregierung plant nun doch die Evakuierung von 2.000 afghanischen Ortskräften und weiteren besonders gefährdeten Menschen. Sven Fiedler ist Sprecher des Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte, das den Neustart dieser Menschen in Deutschland unterstützt. Er macht der Bundesregierung schwere Vorwürfe.

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Kritik an Afghanistan-Evakuierung: "Regierung gibt kein gutes Bild ab"

Die Taliban haben Kabul eingenommen, die Bundeswehr soll Deutsche aus Afghanistan zurück bringen. Der FDP-Außenpolitikexperte Alexander Graf Lambsdorff spricht von einer sehr gefährlichen Situation und kritisiert eine mangelnde Vorbereitung durch die Bundesregierung.

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Nashir-Karim: Frauen und Kindern in Afghanistan geht es extrem schlecht

Hunderttausende Menschen in Afghanistan sind auf der Flucht vor den Taliban, besonders gefährlich ist der Vormarsch für Frauen und Kinder. Gerade eine jüngere Generation akzeptiere nicht mehr das rückwärtsgewandte Frauenbild der Islamisten, sagt Nadia Nashir-Karim, Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins.

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Afghanistan-Experte: Der Westen hat nicht mehr sehr viel Einfluss

Nach dem Rückzug der USA und ihrer Verbündeten sind die Taliban auf dem Vormarsch – die afghanische Regierung und Sicherheitskräfte scheinen dem nur wenig entgegensetzen zu können. Auch die Nachbarstaaten Iran und China greifen nicht ein – vor allem aus Eigennutz, sagt Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network.

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Sicherheitsexperte: Afghanische Armee leidet an schlechter Kampfmoral

Die Taliban rücken in Afghanistan immer weiter vor und die afghanischen Streitkräfte scheinen kampflos abzuziehen. Die Ausbildung sei hier nicht das Problem, so Sicherheitsexperte und Journalist Thomas Wiegold. Eher hemmen Strukturprobleme die Einsatzbereitschaft von Armee und Polizei.

Weitere Beiträge

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  • rbb

    Wie hilft man traumatisierten Soldatinnen und Soldaten, Herr Kropp?

    Rund 20 Jahre war die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Etliche Soldatinnen und Soldaten kehrten traumatisiert zurück. Der Arzt Stefan Kropp hilft ihnen und berichtet: Nach der überstürzten Evakuierung der Ortskräfte schwankten die Gefühle zwischen "Fassungslosigkeit, Trauer und Abspaltung". Von Wolf Siebert

  • Vis à vis 

    Was ist in Afghanistan schiefgelaufen, Emran Feroz?

    Innerhalb kürzester Zeit haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Der Journalist Emran Feroz hat selbst afghanische Wurzeln und gerade viel Kontakt zu Menschen im Land. Er sagt: Vieles, was in den vergangenen 20 Jahren in Afghanistan falsch gemacht wurde, muss erst noch aufgearbeitet werden.

  • Journalismus in Afghanistan

    Der "Krieg gegen den Terror" hatte seit Oktober 2001 die Berichterstattung zu Afghanistan dominiert. Besprochen wird in dieser Medienmagazinausgabe die Rolle der in- und ausländischen Medien in den letzten rund 20 Jahren mit dem Afghanistan-Experten Willi Steul. Von Jörg Wagner

  • Willkommen in der Taliban-Realpolitik!

    Man habe die Lage in Afghanistan falsch eingeschätzt und Fehler gemacht, haben einige Mitglieder der Bundesregierung inzwischen eingeräumt. Fehler, die Menschen in Afghanistan vermutlich das Leben kosten werden, empört sich Uli Hauck in seinem Zwischenruf.

  • Kulturschaffende Exil-Afghanen über die Lage in Kabul

    Die Augen der Welt sind auf Afghanistan gerichtet, so auch die vieler Exil-Afghanen in Deutschland. Wie reagieren Kulturschaffende auf das, was da gerade in ihrem Herkunftsland passiert? Wir haben Stimmen zusammengetragen. Von Nadine Kreuzahler

  • Afghanistan - "Bitterer kann scheitern kaum klingen"

    Wenn es heißt: "Man kann nur beten, dass alle gerettet werden" - dann heißt das nichts Gutes. Diesen Satz hat am Montag Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU) gesagt und meinte damit die Ortskräfte der Deutschen in Afghanistan. Ein bitterer Satz, findet Hauptstadtkorrespondent Georg Schwarte.

  • Bewaffnete Zivilisten (Bild: ARD/Silke Diettrich)
    ARD/Silke Diettrich

    Frieden nicht um jeden Preis

    Die Taliban bringen bei ihrem Eroberungszug in Afghanistan eine Stadt nach der anderen unter ihre Kontrolle. ARD-Korrespondentin Silke Diettrich war nach dem Abzug der letzten deutschen Soldaten im Land am Hindukush unterwegs.

  • Abflugnacht – Camp Marmal Flughafen, Masar © Silke Diettrich
    Silke Diettrich

    Nato lässt Afghanistan allein zurück

    Mitten in der Nacht, die afghanische Armee war nicht eingeweiht: So haben die Bundeswehr und auch die USA ihre Stützpunkte im Land verlassen. Für die Afghanen war der heimliche Abzug wie ein Schlag ins Gesicht. Von ARD-Korrespondentin Silke Diettrich

Inforadio-Podcast "Newsjunkies"

Newsjunkies, 19.08.2021, 16:30Uhr - Neues Land Afghanistan

Was ist von der Herrschaft der Taliban in Afghanistan zu erwarten? Sind sie wirklich moderater als früher? Und haben die Taliban bald ein Geldproblem? Martin Spiller und Aurelie Winker gehen diesen Fragen nach.

Newsjunkies, 18.08.2021, 16:30Uhr - Rettung aus Afghanistan

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan gebilligt. Wie läuft der Einsatz? Und was kann man aus der gescheiterten Mission der Bundeswehr in Afghanistan lernen? Martin Spiller und Aurelie Winker beschäftigen sich mit diesen Fragen.

Newsjunkies, 16.08.2021, 17:05Uhr - Islamisches Emirat Afghanistan

Die Taliban haben die Macht in Afghanistans Hauptstadt Kabul übernommen. Der Präsident ist geflohen. Wie ist die Lage aktuell? Was passiert mit den afghanischen Ortskräften und wie debattiert die deutsche Politik über die Folgen der Machtübernahme der Taliban? Diese Fragen nehmen sich heute Martin Spiller und Aurelie Winker vor.

Newsjunkies, 10.08.2021, 16:45Uhr - Platz für die Taliban? Afghanistan nach dem Abzug

Nach dem Abzug der Bundeswehr und der internationalen Truppen sind die Taliban auf dem Vormarsch. Viele wichtige Städte haben sie schon erobert. Was bedeutet das und was sollte man dagegen tun? Das ist Thema bei Martin Spiller und Aurelie Winker.