Symbolbild: Bundeswehr in Afghanistan (Bild: imago images/ Florian Gaertner/ photothek)
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- Afghanistan: "Das Scheitern dieses Einsatzes ist ein politisches"

Die Taliban haben Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht. Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, widerspricht den Beteuerungen aus der Politik und sagt: Die Entwicklung in Afghanistan sei sehr wohl vorhersehbar gewesen.

In Deutschland wird weiter darüber diskutuiert, wer die politisiche Verantwortung für die falsche Einschätzung der Entwicklung in Afghanistan trägt. Die Opposition wirft unter anderem Außenminister Heiko Maas (SPD) vor, zu spät gehandelt zu haben.


Früherer Generalinspekteur der Bundeswehr: Taliban-Entwicklung vorhersehbar


Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Nato-Militärausschusses Harald Kujat meint, die internationale Gemeinschaft habe kein Konzept gehabt und widerspricht der Annahme, die Entwicklung in Afghanistan ist nicht vorhersehbar gewesen. Spätestens als die ausländischen Streitkräfte abzogen, sei klar gewesen, dass die Taliban wieder Macht gewinnen würden.

 

Der afghanischen Armee mangelte es an Moral


"Das Scheitern dieses Einsatzes ist ein politisches", so Kujat. Die afghanischen Regierungstruppen seien überrannt worden. Das habe aber nicht an mangelnder Ausrüstung oder Ausbildung gelegen: "Die Kampfkraft einer Armee macht die Moral aus - und daran hat es immer gemangelt." Viele seien direkt zu den Taliban übergelaufen.

Die Taliban versuchten nun zu beruhigen, aber man dürfe kein Vertrauen haben, sagte Kujat. "Wir sehen ein islamisches Kalifat im Entstehen."

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