Symbolbild: Geflüchte Menschen aus Afghanistan (Bild: dpa/ picture alliance/ Rod Lamkey/ CNP)
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- Flucht aus Afghanistan: "Wir waren am Ende unserer Kräfte"

Ellinor Zeino war bis vor Kurzem Büroleiterin für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul. Sie hat auf eigene Initiative ihre afghanischen Stiftungsmitarbeiter auf dem Landweg nach Pakistan bringen lassen. Wie das gelungen ist, erzählt sie im Interview.

"Das war eine ganz schwierige Operation, die wir da angegangen sind, weil einfach die Luftbrücke für unsere Mitarbeiter nicht funktioniert hatte", sagt Ellinor Zeino, ehemalige Büroleiterin für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul. Auf eigene Initiative und über lokale Kontakte ist es ihrer Organisation gelungen, alle KAS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familien und auch der Friedrich-Ebert-Stiftung über den Landweg nach Paikstan zu bringen.

"Wir waren wirklich am Rande unserer Kräfte."

 

Die insgesamt 83 Menschen befinden sich nun in Islamabad und werden dort von der Deutschen Botschaft bei der Weiterreise unterstützt. Grundsätzlich hätte sich Zeino mehr Unterstützung durch die Bundesregierung gewünscht, aber die Organisation habe nicht für die Ausreise der Mitabriter nicht länger warten können. "Wir waren wirklich am Rande unserer Kräfte." Die Organisation war zwei Wochen lang mit den deutschen Sicherheitskräften am Flughafen in Kabul in Kontakt: "Ich glaube, da waren alle Seiten völlig überfordert."

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat laut Zeino vor allem politische Dialogarbeit in Afghanistan geleistet, verschiedene Konfliktparteien zusammengebracht. Und so haben sie etwa Frauen dabei unterstützt, auch vor religiösen Führern zu argumentieren.

"Die Tür der Diplomatie ist jetzt offen."

 

Für die Situation nun müsse der Dialog mit den Taliban aufrechterhalten werden. Dabei müsse man ehrlich verhandeln. "Die Tür der Diplomatie ist jetzt offen. Die sollte man schon nutzen", so Ellinor Zeino.

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