Hochwasser in Deutschland

Erdrutsch in Erftstadt nach Hochwasser (Bild: dpa/ Rhein-Erft-Kreis/ Bezirksregierung Köln)
dpa/ Rhein-Erft-Kreis/ Bezirksregierung Köln

Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat tiefe Schneisen der Zerstörung geschlagen, Existenzen ruiniert und zahlreiche Leben gekostet. Wie geht es weiter in den betroffenen Regionen? Auf dieser Seite fasst Inforadio aktuelle Berichte zum Thema zusammen.

Aktuell

Reimerzhoven nach der Flut - nur über den Weinberg zu erreichen (Bild: rbb/Gabriele Heuser)
rbb/Gabriele Heuser

Aufräumen in Reimerzhoven: Der Schock sitzt tief

Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli vergisst in Reimerzhoven wohl niemand mehr: Den Winzerort am Mittellauf der Ahr traf eine Flut, die nichts als Zerstörung hinterließ. Doch Hilfe von außen kam spät. Denn mit all der Zerstörung sind auch Verbindungswege weggebrochen. Eine Reportage von Gabriele Heuser

Loni Josten (93) überlebte die Flutkatastrophe nur knapp. Ihr Haus in Reimerzhoven an der Ahr wurde zerstört.
Gabriele Heuser

Wie verarbeitet man eine Flutkatastrophe, Frau Josten?

Loni Josten ist die älteste Bewohnerin im Ort Reimerzhoven an der Ahr. Sie überlebte die Flut vor zwei Wochen gerade noch so. Die frisch aus dem Krankenhaus entlassene 93-Jährige kletterte aus dem Fenster und balancierte über ein Dach. Über das Erlebte hat Josten mit Gabriele Heuser gesprochen.

Europas schlimmste Flutkatastrophen der letzten 20 Jahre

  • Mai 2014

  • Mai/Juni 2013

  • August 2005

  • August 2002

Nach der Flut

Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Aufräumen nach der Flut (Bild: dpa/ Thomas Frey)
dpa/ Thomas Frey

Hochwasserhilfen sind "starkes und positives Zeichen"

30 Milliarden Euro – diesen Umfang soll der Fluthilfe-Fonds von Bund und Ländern haben. Die Hälfte geht an Rheinland-Pfalz. Die Summe sei "gigantisch" sagt Karl-Heinz Frieden vom Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz. Doch die Menschen brauchten auch Hoffnung und sollten nicht lange auf die Hilfen warten müssen.

Techniker arbeiten in der Innenstadt an zerstörten Stromleitungen.
dpa

Hochwasser: "Kommunen brauchen langfristig Unterstützung"

Hunderte Millionen Euro an Soforthilfe sind für die Betroffenen in den Überschwemmungsgebiete bereit gestellt worden. Nun wird auch an einem Wiederaufbaufonds im Bund gearbeitet. Besonders für die Infrastruktur bräuchten die Kommunen langfristig Geld, sagt Andreas Wohland vom Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen.

Instrumentalisierung der Krise

Ein Müllberg während einer großen Reinigungsaktion in den Gebieten rund um die Maas.
picture alliance/ ANP

Inforadio-Podcast "Newsjunkies" - "Querdenken" – Im Hochwassergebiet gegen den Staat

Die "Querdenken"-Bewegung versucht, die Flutkatastrophe für ihre Ziele zu nutzen. Lena Petersen und Martin Spiller über den Versuch, den Staat zu delegitimieren.
Symbolbild: Freiwillige bei Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Bild: dpa/ picture alliance/ Bodo Marks)
dpa/ picture alliance/ Bodo Marks

"Querdenken"-Szene aktiv im Hochwassergebiet

Die Hilfe nach dem Hochwasser war in Rheinland-Pfalz groß. Doch unter die Helferinnen und Helfer mischten sich auch Personen aus dem "Querdenken"-Milieu. "Wir haben eine Unterwanderung der ehrenamtlichen Hilfe erlebt", sagt rbb-Investigativreporter Olaf Sundermeyer.

Interviews

Symbolbild: Zerstörung an Bundesstraße im Ahrtal (Bild: dpa/ picture alliance/ Thomas Frey)
dpa/ picture alliance/ Thomas Frey

Diakonie Katastrophenhilfe: Wollen staatliche Hilfen nicht ersetzen

Die Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben massive Zerstörungen hinterlassen. Bund und Länder geben nun 30 Milliarden, aber auch Spenden kommen zum Einsatz – unter anderem von der Diakonie Katastrophenhilfe. Das Geld werde aber nicht willkürlich verteilt, so deren Leiter Martin Keßler.

Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Polizei, Unternehmen und private Helfer räumen den Sportplatz Dernau auf
IMAGO / Marc John

360 Millionen Euro Spenden für Hochwassergebiete

Fast 360 Millionen Euro sind bis jetzt für die vom Hochwasser betroffenen Menschen in Westdeutschland gespendet worden. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen rechnet damit, dass diese Summe noch erkennbar ansteigen wird, sagt DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke.

Weitere Interviews

RSS-Feed
  • ARCHIV: Landrat Jürgen Pföhler (CDU) besucht die Boeselager-Realschule. Die Schule wurde durch die Flutkatastrophe stark beschädigt.
    picture alliance/dpa | Thomas Frey

    Ermittlungen zur Flutkatastrophe: Es gibt viel zu klären

    Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Ermittlungen gegen den Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes wegen der Flutkatastrophe eingeleitet. Es gebe viel zu klären, sagt CSU-Politiker Michael Kuffer. Er rechnet mit einem langen Verfahren.

  • Armin Laschet und Olaf Scholz im Flutgebiet in Stolberg bei Aachen (Bild: imago images)
    imago images

    Kümmerer oder Wahlkämpfer – Politik in Flutregionen

    Nach der Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kamen nicht nur Helferinnen und Helfer – sondern auch hoher politischer Besuch. Das stößt nicht unbedingt auf Begeisterung, wie Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) nun feststellen mussten. Es geht vor allem um die Bilder, so Volker Best, Politologe an der RWTH Aachen.

  • Archiv: Ahrweiler kurz nach der ersten Unwetternacht (Bild: dpa/ Boris Roessler)
    dpa/ Boris Roessler

    Hochwasser im Ahrtal – wurde rechtzeitig gewarnt?

    Hätte die Unwetternacht im Ahrtal vor gut drei Wochen anders verlaufen können? Wurde der Katastrophenfall rechtzeitig ausgelöst? Die Staatsanwaltschaft Koblenz prüft derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen fahrlässiger Körperverletzung und Tötung. Darüber haben wir mit SWR-Reporter Michael Lang gesprochen.

  • Symbolbild: Aufräumen in Ahrweiler nach Flut (Bild: imago images/ Christoph Hardt)
    imago images/ Christoph Hardt

    Spenden für Flutopfer – wo kommt mein Geld an?

    Das Wasser ist weg – geblieben sind Unmengen Schrott und betonharter Schlamm. In den Flutgebieten wird weiter aufgeräumt, jeder Cent wird benötigt und 150 Millionen Euro sind bereits aus Spenden zusammengekommen. Die Verteilung wird genau kontrolliert, sagte die Vorständin des Bündnisses "Aktion Deutschland hilft", Manuela Roßbach.

  • Aufräumarbeiten nach Hochwasser in Bad Neuenahr (Bild: imago images/ Sepp Spiegl)
    imago images/ Sepp Spiegl

    "Aktion Deutschland hilft" – Zusammenhalt nach der Krise

    Das Hochwasser ist vielerorts abgeflossen, doch die Menschen in den Schadensgebieten stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Am Freitag setzen die Programme der ARD ein Zeichen für den Zusammenhalt mit der "Aktion Deutschland hilft". Wir haben über die Spendenaktion mit der geschäftsführenden Vorständin Manuela Roßbach gesprochen.

  • Archiv: Aufräumarbeiten in der Stadt Grimma nach Hochwasser 2013 (Bild: imago images)
    imago images

    Hochwasser in Grimma: "Glaubt an die Politik und macht los"

    Die Flutschäden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind verheerend, die Bundesregierung hat nun Soforthilfen in Millionenhöhe beschlossen. Auch die sächsische Stadt Grimma war 2002 und 2013 von Hochwasser betroffen - ein Kraftakt, der auch eine Chance böte, sagte der parteilose Grimmaer Bürgermeister, Matthias Berger.

  • Die zerstörte Fahrbahn der B265, Erftstadt
    dpa

    Brandmeister: "Die Lage beruhigt sich langsam"

    Feuerwehrmänner aus Zepernick haben sich auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen gemacht, um in Erftstadt bei den Aufräumarbeiten nach den verheerenden Überschwemmungen zu helfen. Gemeindebrandmeister Thomas Bielicke schildert seine Eindrücke.

  • Ein grüner Dachgarten im Tegeler Weg in Berlin-Charlottenburg
    IMAGO / Joko

    Klimaanpassung – eine Generationenaufgabe

    Seit den Überschwemmungen und der Zerstörung im Westen Deutschlands wird diskutiert: Wie kann man solche Katastrophen künftig verhindern oder ihre Folgen abmildern? Für Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, muss Anpassung und Schutz der Natur Hand in Hand gehen.

  • Fahrzeuge der Bundeswehr rücken in Altenahr in Rheinland-Pfalz an, um die Rettungsdienste zu unterstützen (Bild: dpa / Thomas Frey)
    dpa / Thomas Frey

    DRK-Präsidentin: Die Not in den Unwettergebieten ist riesengroß

    Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz befinden sich nach schweren Unwettern weiterhin im Ausnahmezustand. Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, fordert eine bessere Vorbereitung auf solche Extremwetterlagen.

  • Feuerwehrkleidung liegt auf einer Mauer, während deren Besitzer die Schäden nach dem Hochwasser im Westen Deutschlands beseitigen.
    picture alliance/dpa | Harald Tittel

    Warnung auf vielen Kanälen zum Schutz aller

    Dass ein Unwetter in Deutschland bevorsteht, war klar. Das Ausmaß und die Schäden nicht. Versagen beim Frühwarnsystem sieht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilft nicht. Es sei auf vielen verschiedenen Kanälen gewarnt worden, sagt Krisenmanagerin Miriam Haritz.

  • Nach dem Starkregen im Westen Deutschlands ist die Mosel in der Ortschaft Zell über die Ufer getreten. (Bild: dpa)
    dpa

    "Wir haben zu lange versucht, den Klimawandel auszusitzen“

    Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Es war nur eine Frage der Zeit bis uns die Folgen des Klimawandels mit voller Wucht treffen, sagt Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

  • Luftaufnahme der Zerstörung in Schuld im Kreis Ahrweiler nach den heftigen Unwettern in Westdeutschland (Bild: dpa / Michael Probst)
    dpa / Michael Probst

    Schulze: "Das ist eine nationale Tragödie“

    Im Westen Deutschlands haben Unwetter und Starkregen für Chaos, Verwüstung und viele Todesopfer gesorgt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze verspricht schnelle Hilfen für die betroffenen Regionen und warnt vor den Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland.

  • Hochwasser in der Stadt Ahr (Bild: dpa/ picture alliance/ Christoph Reichwein)
    dpa/ picture alliance/ Christoph Reichwein

    "Das Unwetter wird Berlin und Brandenburg nicht erreichen"

    Im Westen und Südwesten Deutschlands haben Starkregen und Unwetter ganze Städte überschwemmt und verwüstet. Für Berlin und Brandenburg gibt es Entwarnung: "Es wird uns nicht erreichen", sagt der Meteorologe Ronny Büttner.

  • In Rheinland-Pfalz ist die Kyll über di eUfer getreten und hat Teile von Erdorf geflutet (Bild: dpa)
    dpa

    Unwetter im Westen Deutschlands

    Dauerregen im Westen Deutschlands hat in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen für Überschwemmungen, Hochwasser und Stromausfälle gesorgt. In Ahrweiler sind vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere Menschen werden vermisst. Von Sarah Pradel

  • Die Straßen in Esch (Kreis Ahrweiler) in Rheinland-Pfalz haben sich in reißende Ströme verwandelt (Bild: dpa)
    dpa

    Hochwasser-Lage in Rheinland-Pfalz

    Lang anhaltender Regen und schwere Unwetter haben im Westen und Südwesten Deutschlands für Verwüstung und Chaos gesorgt. In vier Landkreisen in Rheinland-Pfalz wurde der Katastrophenfall ausgelöst. Joachim Wulkop schildert die Lage aus dem Kreis Ahrweiler.

Weitere Beiträge

Die Mosel ist über die Ufer getreten und hat einen Teil der Innenstadt geflutet.
picture alliance/dpa/Sebastian Schmitt | Sebastian Schmitt

Inforadio-Podcast "Newsjunkies" - Unwetterkatastrophe: Was hat der Klimawandel damit zu tun?

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat Tief Bernd für Überschwemmung und Verwüstung gesorgt. Was hat der starke Regen mit dem Klimawandel zu tun? Wie können wir uns in Zukunft auf solche Wetterlagen vorbereiten? Und: Inwiefern sorgt das Wetter jetzt nochmal für Spannung im Wahlkampf? Das fragen sich Martin Spiller und Leonie Schwarzer.

Symbolbild: Rettungswagen mit Blaulicht Alarm (Bild: dpa/ Marcel Kusch)
dpa/ Marcel Kusch

Damit konnte ja keiner rechnen!

Spätestens seit der Corona-Pandemie und dem veheerenden Hochwasser ist klar: Deutschland braucht bessere Vorbereitung auf nationale Katastrophen. Nun wurde ein Teil der neuen "Nationalen Reserve Gesundheitsschutz" vorgestellt – damit wird aber nicht alles gut, meint Christoph Käppeler in seinem Zwischenruf.

  • Starkregen-Katastrophe: Welchen Einfluss hat die Klimaerwärmung?

  • Welche Wetterlage hat aktuell zu den Überschwemmungen geführt?

  • Was hat die Klimaerwärmung damit zu tun?

  • Regnet es durch die Klimaerwärmung hierzulande mehr?

  • Regnet es durch den Klimawandel vielleicht nicht mehr, aber stärker?

  • Wann wird Starkregen zum Problem?

  • Erleben wir solche Extremwetterlagen nun öfter?

Archiv: Ahrweiler kurz nach der ersten Unwetternacht (Bild: dpa/ Boris Roessler)
dpa/ Boris Roessler

Hochwasser im Ahrtal – wurde rechtzeitig gewarnt?

Hätte die Unwetternacht im Ahrtal vor gut drei Wochen anders verlaufen können? Wurde der Katastrophenfall rechtzeitig ausgelöst? Die Staatsanwaltschaft Koblenz prüft derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen fahrlässiger Körperverletzung und Tötung. Darüber haben wir mit SWR-Reporter Michael Lang gesprochen.