Hochwasser in Deutschland

Erdrutsch in Erftstadt nach Hochwasser (Bild: dpa/ Rhein-Erft-Kreis/ Bezirksregierung Köln)
dpa/ Rhein-Erft-Kreis/ Bezirksregierung Köln

Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat in vielen Gebieten tiefe Schneisen der Zerstörung geschlagen, Existenzen zerstört und zahlreiche Leben gekostet. Auch Bayern und Sachsen haben durch Flutmassen Schäden erlitten. Auf dieser Seite fasst Inforadio aktuelle Berichte zum Thema zusammen.

augenzeugin

Loni Josten (93) überlebte die Flutkatastrophe nur knapp. Ihr Haus in Reimerzhoven an der Ahr wurde zerstört.
Gabriele Heuser

Wie verarbeitet man eine Flutkatastrophe, Frau Josten?

Loni Josten ist die älteste Bewohnerin im Ort Reimerzhoven an der Ahr. Sie überlebte die Flut vor zwei Wochen gerade noch so. Die frisch aus dem Krankenhaus entlassene 93-Jährige kletterte aus dem Fenster und balancierte über ein Dach. Über das Erlebte hat Josten mit Gabriele Heuser gesprochen.

Instrumentalisierung der Krise

Symbolbild: Aufräumen im Flutgebiet - das Bild zeigt keine Mitglieder der "Querdenken"-Szene (Bild: dpa/ picture alliance/ Bodo Marks)
dpa/ picture alliance/ Bodo Marks

Inforadio-Podcast "Newsjunkies" - "Querdenken" – Im Hochwassergebiet gegen den Staat

Die "Querdenken"-Bewegung versucht, die Flutkatastrophe für ihre Ziele zu nutzen. Lena Petersen und Martin Spiller über den Versuch, den Staat zu delegitimieren.
Symbolbild: Freiwillige bei Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Bild: dpa/ picture alliance/ Bodo Marks)
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"Querdenken"-Szene aktiv im Hochwassergebiet

Die Hilfe nach dem Hochwasser war in Rheinland-Pfalz groß. Doch unter die Helferinnen und Helfer mischten sich auch Personen aus dem "Querdenken"-Milieu. "Wir haben eine Unterwanderung der ehrenamtlichen Hilfe erlebt", sagt rbb-Investigativreporter Olaf Sundermeyer.

Interviews

Symbolbild: Aufräumen in Ahrweiler nach Flut (Bild: imago images/ Christoph Hardt)
imago images/ Christoph Hardt

Spenden für Flutopfer – wo kommt mein Geld an?

Das Wasser ist weg – geblieben sind Unmengen Schrott und betonharter Schlamm. In den Flutgebieten wird weiter aufgeräumt, jeder Cent wird benötigt und 150 Millionen Euro sind bereits aus Spenden zusammengekommen. Die Verteilung wird genau kontrolliert, sagte die Vorständin des Bündnisses "Aktion Deutschland hilft", Manuela Roßbach.

Ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) transportiert bei Aufräumarbeiten nach der Unwetterkatastrophe mit einem Schauffelbagger ein Autowrack.
dpa/THW

THW: "Sind nach wie vor sehr stark gefordert"

Die Lage in den Hochwassergebieten ist noch immer katastrophal. Bei den Aufräumarbeiten wird jede helfende Hand gebraucht. Vor Ort ist auch das Technische Hilfswerk. Laut THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aktuell rund 3.500 Mitarbeiter im Einsatz.

Ein Haus an zerstörten Bundesstraße B267 in Altenahr
IMAGO / Rainer Unkel

Städte- und Gemeindebund: "Klimaanpassung ist Daueraufgabe"

Nach dem ersten Schock über die Flutkatastrophe wird diskutiert: Sollen die Häuser an Ort und Stelle wieder aufgebaut werden? An manchen Stellen geht das - aber es muss anders gebaut werden, sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Starkregen auf Berlins Straßen
dpa

Städtebau-Experte: Klimawandel für kleine Städte besonders problematisch

Der Weltklimarat tagt und deutsche Städte fragen sich, was sie dem Klimawandel entgegensetzen können. Jörn Birkmann, Experte der Universität Stuttgart für Raumordnung und Entwicklungsplanung, sagt, dass kleine Städte pro Einwohner höhere Umbaukosten haben als Großstädte - und teilweise in der Verwaltungskapazität hinterher hinken.

Symbolbild. Zerstörung nach dem Hochwasser in der Ahr (Bild: dpa/ picture alliance/ Lino Mirgeler)
dpa/ picture alliance/ Lino Mirgeler

Selbst die düstersten Prognosen des Weltklimarats übertroffen

Der neue Bericht des Weltklimarats fußt auf einer besseren Datenlage. Entscheidend: In den letzten 30 Jahren ist es immer noch schlimmer gekommen als die düsterste Prognose des Weltklimarats war. Von Werner Eckert

Europas schlimmste Flutkatastrophen der letzten 20 Jahre

  • Mai 2014

  • Mai/Juni 2013

  • August 2005

  • August 2002

Weitere Interviews

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  • Symbolbild: Kraftwerk Niederaußem von RWE (Bild: imago images/ Christoph Hardt)
    imago images/ Christoph Hardt

    Weltklimarat: "Der Klimawandel wird unsere Zukunft bestimmen"

    Regierungsvertreter aus aller Welt sprechen zwei Wochen lang über einen Bericht des Weltklimarats. "Wir brauchen Politiker, die beherzt das Problem angehen", sagt der Mitverfasser und Meeresbiologe Hans-Otto Pörtner. Der Klimawandel gehe nicht wieder weg.

  • Aufräumarbeiten nach Hochwasser in Bad Neuenahr (Bild: imago images/ Sepp Spiegl)
    imago images/ Sepp Spiegl

    "Aktion Deutschland hilft" – Zusammenhalt nach der Krise

    Das Hochwasser ist vielerorts abgeflossen, doch die Menschen in den Schadensgebieten stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Am Freitag setzen die Programme der ARD ein Zeichen für den Zusammenhalt mit der "Aktion Deutschland hilft". Wir haben über die Spendenaktion mit der geschäftsführenden Vorständin Manuela Roßbach gesprochen.

  • Hitze kann gesundheitsgefährdend sein
    IMAGO / Gottfried Czepluch

    Wie sich der Klimawandel auf unsere Gesundheit auswirkt

    Starkregen und Hochwasser im Westen und Süden von Deutschland, extreme Hitze, Dürren und Waldbrände in Berlin und Brandenburg. Der Klimawandel wird zu einer immer größeren Gefahr für unsere Gesundheit, sagt Sabine Gabrysch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

  • Völlig zerstörte Brücke über die Ahr in Ahrweiler nach der Flutkatastrophe (Bild: dpa / Boris Roessler)
    dpa / Boris Roessler

    "Wir müssen uns auf ein verändertes Wettergeschehen einstellen“

    Nach den Unwettern und dem Hochwasser mit vielen Todesopfern in mehreren Teilen Deutschlands dürfen wir die Folgen des Klimawandels nicht mehr ignorieren, sagt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Er fordert, sich bundesweit auf Extremwetterlagen einzustellen.

  • Archiv: Aufräumarbeiten in der Stadt Grimma nach Hochwasser 2013 (Bild: imago images)
    imago images

    Hochwasser in Grimma: "Glaubt an die Politik und macht los"

    Die Flutschäden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind verheerend, die Bundesregierung hat nun Soforthilfen in Millionenhöhe beschlossen. Auch die sächsische Stadt Grimma war 2002 und 2013 von Hochwasser betroffen - ein Kraftakt, der auch eine Chance böte, sagte der parteilose Grimmaer Bürgermeister, Matthias Berger.

  • Aufräumarbeiten nach Überflutung in Altenahr (Bild: dpa/ Boris Roessler)
    dpa/ Boris Roessler

    Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz eine "Mammutaufgabe"

    Am Mittwoch hat die Bundesregierung erste Soforthilfen in Millionenhöhe für die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete beschlossen. Man sei beim Wiederaufbau dringend auf Unterstützung in Form von Geld, Material und Personal angewiesen, betont Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz.

  • Die zerstörte Fahrbahn der B265, Erftstadt
    dpa

    Brandmeister: "Die Lage beruhigt sich langsam"

    Feuerwehrmänner aus Zepernick haben sich auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen gemacht, um in Erftstadt bei den Aufräumarbeiten nach den verheerenden Überschwemmungen zu helfen. Gemeindebrandmeister Thomas Bielicke schildert seine Eindrücke.

  • Ein grüner Dachgarten im Tegeler Weg in Berlin-Charlottenburg
    IMAGO / Joko

    Klimaanpassung – eine Generationenaufgabe

    Seit den Überschwemmungen und der Zerstörung im Westen Deutschlands wird diskutiert: Wie kann man solche Katastrophen künftig verhindern oder ihre Folgen abmildern? Für Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, muss Anpassung und Schutz der Natur Hand in Hand gehen.

  • Mitarbeiter des THW hinter einem Trümmerhaufen in Erftstadt
    dpa

    Polizei, THW und Freiwillige aus Brandenburg helfen

    Menschen retten, aufräumen, Infrastruktur wiederherstellen: In der Unwetterkatastrophe brauchen vor allem die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unbedingt Hilfe. Die kommt auch aus Brandenburg - von Polizei, THW und Freiwilligen Feuerwehrleuten aus dem Panketal, berichtet Landespolitik-Reporterin Lisa Steger.

  • Flutschäden in Ahrweiler (Bild: dpa/ picture alliance/ Thomas Frey)
    dpa/ picture alliance/ Thomas Frey

    Rückversicherer: "Die Dimension ist schon überraschend gewesen"

    Das Hochwasser im Westen Deutschlands hat enorme Schäden hinterlassen. Viele Menschen haben in Sekunden alles verloren – und viele könnten finanziell auf den Schäden sitzenbleiben. Für den Klimaexperten der Münchener Rück, Ernst Rauch, sind künftig vor allem Kommunen und die Hausbesitzer in der Pflicht.

  • Fahrzeuge der Bundeswehr rücken in Altenahr in Rheinland-Pfalz an, um die Rettungsdienste zu unterstützen (Bild: dpa / Thomas Frey)
    dpa / Thomas Frey

    DRK-Präsidentin: Die Not in den Unwettergebieten ist riesengroß

    Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz befinden sich nach schweren Unwettern weiterhin im Ausnahmezustand. Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, fordert eine bessere Vorbereitung auf solche Extremwetterlagen.

  • Feuerwehrkleidung liegt auf einer Mauer, während deren Besitzer die Schäden nach dem Hochwasser im Westen Deutschlands beseitigen.
    picture alliance/dpa | Harald Tittel

    Warnung auf vielen Kanälen zum Schutz aller

    Dass ein Unwetter in Deutschland bevorsteht, war klar. Das Ausmaß und die Schäden nicht. Versagen beim Frühwarnsystem sieht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilft nicht. Es sei auf vielen verschiedenen Kanälen gewarnt worden, sagt Krisenmanagerin Miriam Haritz.

  • Nach dem Starkregen im Westen Deutschlands ist die Mosel in der Ortschaft Zell über die Ufer getreten. (Bild: dpa)
    dpa

    "Wir haben zu lange versucht, den Klimawandel auszusitzen“

    Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Es war nur eine Frage der Zeit bis uns die Folgen des Klimawandels mit voller Wucht treffen, sagt Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

  • Luftaufnahme der Zerstörung in Schuld im Kreis Ahrweiler nach den heftigen Unwettern in Westdeutschland (Bild: dpa / Michael Probst)
    dpa / Michael Probst

    Schulze: "Das ist eine nationale Tragödie“

    Im Westen Deutschlands haben Unwetter und Starkregen für Chaos, Verwüstung und viele Todesopfer gesorgt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze verspricht schnelle Hilfen für die betroffenen Regionen und warnt vor den Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland.

  • Hochwasser in der Stadt Ahr (Bild: dpa/ picture alliance/ Christoph Reichwein)
    dpa/ picture alliance/ Christoph Reichwein

    "Das Unwetter wird Berlin und Brandenburg nicht erreichen"

    Im Westen und Südwesten Deutschlands haben Starkregen und Unwetter ganze Städte überschwemmt und verwüstet. Für Berlin und Brandenburg gibt es Entwarnung: "Es wird uns nicht erreichen", sagt der Meteorologe Ronny Büttner.

  • In Rheinland-Pfalz ist die Kyll über di eUfer getreten und hat Teile von Erdorf geflutet (Bild: dpa)
    dpa

    Unwetter im Westen Deutschlands

    Dauerregen im Westen Deutschlands hat in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen für Überschwemmungen, Hochwasser und Stromausfälle gesorgt. In Ahrweiler sind vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere Menschen werden vermisst. Von Sarah Pradel

  • Die Straßen in Esch (Kreis Ahrweiler) in Rheinland-Pfalz haben sich in reißende Ströme verwandelt (Bild: dpa)
    dpa

    Hochwasser-Lage in Rheinland-Pfalz

    Lang anhaltender Regen und schwere Unwetter haben im Westen und Südwesten Deutschlands für Verwüstung und Chaos gesorgt. In vier Landkreisen in Rheinland-Pfalz wurde der Katastrophenfall ausgelöst. Joachim Wulkop schildert die Lage aus dem Kreis Ahrweiler.

Weitere Beiträge

Die Mosel ist über die Ufer getreten und hat einen Teil der Innenstadt geflutet.
picture alliance/dpa/Sebastian Schmitt | Sebastian Schmitt

Inforadio-Podcast "Newsjunkies" - Unwetterkatastrophe: Was hat der Klimawandel damit zu tun?

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat Tief Bernd für Überschwemmung und Verwüstung gesorgt. Was hat der starke Regen mit dem Klimawandel zu tun? Wie können wir uns in Zukunft auf solche Wetterlagen vorbereiten? Und: Inwiefern sorgt das Wetter jetzt nochmal für Spannung im Wahlkampf? Das fragen sich Martin Spiller und Leonie Schwarzer.

Symbolbild: Rettungswagen mit Blaulicht Alarm (Bild: dpa/ Marcel Kusch)
dpa/ Marcel Kusch

Damit konnte ja keiner rechnen!

Spätestens seit der Corona-Pandemie und dem veheerenden Hochwasser ist klar: Deutschland braucht bessere Vorbereitung auf nationale Katastrophen. Nun wurde ein Teil der neuen "Nationalen Reserve Gesundheitsschutz" vorgestellt – damit wird aber nicht alles gut, meint Christoph Käppeler in seinem Zwischenruf.

  • Starkregen-Katastrophe: Welchen Einfluss hat die Klimaerwärmung?

  • Welche Wetterlage hat aktuell zu den Überschwemmungen geführt?

  • Was hat die Klimaerwärmung damit zu tun?

  • Regnet es durch die Klimaerwärmung hierzulande mehr?

  • Regnet es durch den Klimawandel vielleicht nicht mehr, aber stärker?

  • Wann wird Starkregen zum Problem?

  • Erleben wir solche Extremwetterlagen nun öfter?