Ein grüner Dachgarten im Tegeler Weg in Berlin-Charlottenburg
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- Klimaanpassung – eine Generationenaufgabe

Seit den Überschwemmungen und der Zerstörung im Westen Deutschlands wird diskutiert: Wie kann man solche Katastrophen künftig verhindern oder ihre Folgen abmildern? Für Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, muss Anpassung und Schutz der Natur Hand in Hand gehen.

Wetterextreme werden bald immer häufiger und heftiger in Deutschland auftreten: Hitze, Dürren, oder Starkregen und Überflutungen. Das sagen Experten schon sehr lange. Die Bundesumweltministerin fordert nun mehr Geld, mehr Anstrengungen nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Klima-Anpassung. Also dafür, die Folgen des Klimawandels besser abzupuffern in Deutschland, sich anzupassen. Das muss zur Gemeinschaftsaufgabe werden, sagt Svenja Schulze.

Anpassungen und Schutz Hand in Hand

Einer, der die Klima-Anpassung schon lange im Blick hat, ist Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts. Er hat vor vier Wochen bereits eine Risikoanalyse herausgegeben. Damals gab es mäßiges Interesse. Mittlerweile sei das anders, auch aufgrund der Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland. Die Kernpunkte seiner Analyse: Man müsse Anpassungsinvestionen in der Infrastruktur vorantreiben und dazu der Natur wieder mehr Raum geben. Anpassungen und Schutz müssten Hand in Hand gehen.

Generationen-Aufgabe: Klimaschutz gleich Wohlstandsschutz

Dies sei laut Messner aber eine Generationen-Aufgabe. Aber: "Wir müssen schnell anfangen. (…) Wir sind erst bei 1,2 Grad Erderwärmung und werden auf jeden Fall bei 2 Grad landen, selbst wenn wir uns anstrengen“, sagt Messner. "Es müssen oft erst Schocks kommen, damit wir verstehen, dass wir uns bewegen müssen." Für ihn sei Klimaschutz auch Wohlstandsschutz und in diesem Sinne auch ein Stück weit Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger.

Der Präsident des Umweltbundesamtes plädiert dafür, dass sich der Bund stärker am Hochwasserschutz beteiligt. Um Infrastruktur wie Abwasserleitungen oder Deiche an die Klimaveränderungen anzupassen, müsse viel Geld investiert werden, sagt Messner. "Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die wir bisher bei den Kommunen und Ländern ablegen", so Messner. "Hier müssen wir zusammenarbeiten, damit wir die Investitionen stemmen können."

Neukonstruktion der Staudämme und Deiche

Man wisse gut über den Klimawandel Bescheid und auch darüber, welche Regionen betroffen sein werden. Ganz konkret sei es nötig, die Emissionen weiter zu verringern und die Infrastruktur zu verändern, so Messner: "Das sind Abwassersysteme, das ist eine Neukonstruierung der Staudämme, der Deiche. Da muss im Infrastrukturbereich eine große Anpassung passieren, an die neuen Realitäten des Klimawandels."

Außerdem müsse der Natur wieder mehr Raum gegeben werden, sagt der UBA-Präsident. Dabei gehe es etwa um die Entsiegelung von Flächen, damit das Wasser versickern könne, und eine Renaturierung. "Das alles ist niedergeschrieben", so Messner. "Jetzt muss es wirklich umgesetzt werden."

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