Die Touristen - Fluch & Segen für Berlin

Touristen an der Eastside Gallery
imago/Jochen Tack

Der Tourismus in Berlin ist ein überaus zweischneidiges Schwert: Einerseits leben mehr als 230.000 Menschen in Berlin vom Tourismus, Bruttoumsatz: 11,5 Milliarden Euro. Die andere Seite der Medaille: Die Angst vor Verdrängung durch Ferienwohnungen und Kneipen. Auch im Alltag fühlen sich viele Berliner mittlerweile von den Touristen gestört. In Friedrichshain ist die Konkurrenz zwischen Anwohnern und Besuchern besonders zu spüren. Ab dem 29. Januar waren Inforadio-Reporter daher eine ganze Woche in dem Bezirk unterwegs: Wie groß ist die Angst vor Verdrängung, wie viel Geld bringt der Tourismus? Wie verträgt sich der Stolz, eine beliebte europäische Metropole zu sein, mit Lärm und Schmutz in den Partymeilen von Friedrichshain?

Podiumsgespräch

Inforadio-Forum am 01.02.2018 zum Thema Tourismus in Berlin
rbb/Tobias Goltz

Das Forum - Immer nerven die Touristen!?

Zu diesem Thema haben alle Berlinerinnen und Berliner mindestens eine Meinung: sind die wachsenden Tourismuszahlen in der Hauptstadt eigentlich Segen oder Fluch? Mehr als 230.000 Menschen leben hierzulande vom Tourismus, gleichzeitig gibt es berechtigte Angst vor Lärm und Verdrängung vor allem in angesagten Stadtquartieren. Was sind echte Probleme, was echte Chancen  - und wo gehen wir positiven wie negativen Mythen auf den Leim?

Video

Inforadio-Rollentausch: Julia Stadtfeld aus Charlottenburg
rbb/Tobias Goltz

Inforadio-Aktion "Rollentausch" - "Wollte schon immer mal woanders in der Stadt aufwachen"

Wie fühlt es sich eigentlich an, Touristin in der Hauptstadt zu sein? Das herauszufinden, haben wir einer Berlinerin ermöglicht: Inforadio-Hörerin Julia Stadtfeld ist die Gewinnerin unserer Rollentausch-Aktion und wir haben ihr eine Nacht im Hotel Almodovar in Friedrichshain spendiert. Reporterin Sabine Dahl hat sie am Mittwoch in Empfang genommen und nachgefragt, wie die Nacht als Touristin in der eigenen Stadt war.  

Als Tourist in Berlin würde ich nie...

Zahlen, Daten, Fakten

Zitate

Videos

Koffer in Berlin
rbb/Tobias Goltz

Video: #kofferinberlin - Nerven die Berlin-Touristen?

Berlin-Friedrichshain: Touristen-Hotspot! Gar nicht mal so sehr wegen irgendwelcher Sehenswürdigkeiten, sondern wegen der Restaurants, Geschäfte und vor allem wegen der Bars und Kneipen. In der Woche vom 29.01. bis zum 02.02 melden sich Inforadio-Reporterinnen aus Friedrichshain, reden mit aufgekratzten Touristen und genervten Anwohnern und mit denen, die am Tourismus verdienen. Sabine Dahl war vorab schon mal da und hat ein paar Eindrücke eingefangen.

Interviews, Reportagen und Beiträge

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  • Friedrichstadt-Palast Berlin ©Soenne
    Soenne

    Touristen - ein Faktor für die Berliner Bühnen?

    Der Berliner Senat will künftig mit Qualitätstourismus punkten. Das gab er diese Woche bei der Vorstellung des Tourismuskonzepts "2018plus" bekannt. Die Hauptstadt soll mehr kulturinteressierte Besucher anziehen, weniger Partygänger. Dazu gehört auch die vielfältige Theaterlandschaft. Ute Büsing hat in zwei Berlin Theatern nachgefragt, wie rege der Touristenzustrom dort ist. Der unter Chris Dercon neu aufgestellten Volksbühne und dem Friedrichstadt-Palast.

  • Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher im Abgeordnetenhaus im Januar 2018 (Bild: imago/Christian Ditsch)
    imago stock&people

    Interview 

    Lompscher: "Private Wohnungen einfacher tageweise vermieten"

    Wohnraum wird immer knapper in Berlin – deswegen gibt es seit 2014 das "Zweckentfremdungsverbot". Und das zeigt Wirkung: In den letzten anderthalb Jahren sind fast 4.000 Ferienwohnungen wieder auf den Wohnungsmarkt gekommen. Was aber, wenn Berliner ihre eigene Wohnung ab und zu an Gäste vermieten wollen? Bisher brauchen sie dafür eine komplizierte Genehmigung. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) kündigt im Inforadio an, dass sie das Zweckentfremdungsverbot nicht lockern, eine tageweise Vermietung aber erleichtern will – und zwar möglichst schnell.

  • Altbau in Berlin
    imago/STPP

    Auf den Punkt: Das Zweckentfremdungsverbot

    Wohnraum ist knapp. Um zu verhindern, dass Wohnungsbesitzer ihn für andere Zwecke nutzen, gibt es das Zweckentfremdungsverbot. In Berlin gilt seit gut drei Jahren eines der schärfsten Gesetze dieser Art in Deutschland. Die Regelung betrifft sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen und soll den Umgang mit Leerstand, Gewerbe und auch Ferienwohnungen klären. Doch was heißt das genau, wenn es um Ferienwohnungen geht? Anke Burmeister und Anna Corves bringen es auf den Punkt.

  • Altbau in Berlin
    imago/STPP

    Die Touristen - Fluch und Segen für Berlin 

    Licht und Schatten des Zweckentfremdungsgesetzes

    Die Touristen - für viele Menschen sind sie Fluch und Segen für Berlin. Einerseits bringen die Besucher viel Geld in die Stadt und tragen zum Wirtschaftsaufschwung bei, andererseits führt der Tourismus auch dazu, dass Berlinerinnen und Berliner aus der Innenstadt verdrängt werden, wenn reguläre Wohnungen zu Ferienwohnungen werden. Vor vier Jahren hat die Politik dieser Entwicklung den Kampf angesagt und ein Zweckentfremdungsverbot auf den Weg gebracht. Doch das Gesetz hat Lücken und Tücken und wird deshalb gerade überarbeitet, wie rbb-Reporter Thorsten Gabriel weiß.