Die Touristen - Fluch & Segen für Berlin

Touristen an der Eastside Gallery
imago/Jochen Tack

Der Tourismus in Berlin ist ein überaus zweischneidiges Schwert: Einerseits leben mehr als 230.000 Menschen in Berlin vom Tourismus, Bruttoumsatz: 11,5 Milliarden Euro. Die andere Seite der Medaille: Die Angst vor Verdrängung durch Ferienwohnungen und Kneipen. Auch im Alltag fühlen sich viele Berliner mittlerweile von den Touristen gestört. In Friedrichshain ist die Konkurrenz zwischen Anwohnern und Besuchern besonders zu spüren. Ab dem 29. Januar waren Inforadio-Reporter daher eine ganze Woche in dem Bezirk unterwegs: Wie groß ist die Angst vor Verdrängung, wie viel Geld bringt der Tourismus? Wie verträgt sich der Stolz, eine beliebte europäische Metropole zu sein, mit Lärm und Schmutz in den Partymeilen von Friedrichshain?

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  • Im Gespräch mit Touristen an der Eastside Gallery 

    Küssen an der Eastside Gallery
    rbb/Tobias Goltz

    - "The German people are so nice to us"

    Inforadio-Reporterin Anna Corves hat sich unter die Touristen an der East Side Gallery gemischt und sich umgehört: Wie erleben sie ihren Berlin-Aufenthalt? Wo wohnen sie? Wie nehmen sie die Menschen in Berlin wahr? (Video)

  • Video: #kofferinberlin 

    Koffer in Berlin
    rbb/Tobias Goltz

    - Nerven die Berlin-Touristen?

    Berlin-Friedrichshain: Touristen-Hotspot! Gar nicht mal so sehr wegen irgendwelcher Sehenswürdigkeiten, sondern wegen der Restaurants, Geschäfte und vor allem wegen der Bars und Kneipen. In der Woche vom 29.01. bis zum 02.02 melden sich Inforadio-Reporterinnen aus Friedrichshain, reden mit aufgekratzten Touristen und genervten Anwohnern und mit denen, die am Tourismus verdienen. Sabine Dahl war vorab schon mal da und hat ein paar Eindrücke eingefangen.

  • Inforadio-Aktion "Rollentausch" 

    Inforadio-Rollentausch: Julia Stadtfeld aus Charlottenburg
    rbb/Tobias Goltz

    - "Wollte schon immer mal woanders in der Stadt aufwachen"

    Wie fühlt es sich eigentlich an, Touristin in der Hauptstadt zu sein? Das herauszufinden, haben wir einer Berlinerin ermöglicht: Inforadio-Hörerin Julia Stadtfeld ist die Gewinnerin unserer Rollentausch-Aktion und wir haben ihr eine Nacht im Hotel Almodovar in Friedrichshain spendiert. Reporterin Sabine Dahl hat sie am Mittwoch in Empfang genommen und nachgefragt, wie die Nacht als Touristin in der eigenen Stadt war.  

Podiumsgespräch

Inforadio-Forum am 01.02.2018 zum Thema Tourismus in Berlin
rbb/Tobias Goltz

Das Forum - Immer nerven die Touristen!?

Zu diesem Thema haben alle Berlinerinnen und Berliner mindestens eine Meinung: sind die wachsenden Tourismuszahlen in der Hauptstadt eigentlich Segen oder Fluch? Mehr als 230.000 Menschen leben hierzulande vom Tourismus, gleichzeitig gibt es berechtigte Angst vor Lärm und Verdrängung vor allem in angesagten Stadtquartieren. Was sind echte Probleme, was echte Chancen  - und wo gehen wir positiven wie negativen Mythen auf den Leim?

Als Tourist in Berlin würde ich nie...

Zahlen, Daten, Fakten

Zitate

Interviews, Reportagen und Beiträge

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  • Friedrichstadt-Palast Berlin ©Soenne
    Soenne

    Touristen - ein Faktor für die Berliner Bühnen?

    Der Berliner Senat will künftig mit Qualitätstourismus punkten. Das gab er diese Woche bei der Vorstellung des Tourismuskonzepts "2018plus" bekannt. Die Hauptstadt soll mehr kulturinteressierte Besucher anziehen, weniger Partygänger. Dazu gehört auch die vielfältige Theaterlandschaft. Ute Büsing hat in zwei Berlin Theatern nachgefragt, wie rege der Touristenzustrom dort ist. Der unter Chris Dercon neu aufgestellten Volksbühne und dem Friedrichstadt-Palast.

  • Anwohner protestieren gegen nächtlichen Lärm in der Simon-Dach-Straße
    imago/Olaf Selchow

    Herrmann lobt neues Tourismuskonzept

    Für das Image der Stadt als Metropole sind sie ein Segen, für die Anwohner oft ein Fluch: Die Partymeilen in den Szenebezirken, die besonders viele Touristen anziehen. Um den Balanceakt zu schaffen, hat der Senat am Dienstag ein neues, stadtverträgliches Tourismuskonzept beschlossen. Die grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, ist mit den Plänen sehr zufrieden. Sie sagt im Inforadio: "Ich glaube, da begibt sich Berlin jetzt auf einen guten Weg."

  • Eine Fahrradrikscha wartet vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf Kundschaft (Bild: imago)
    imago stock&people

    Visit Berlin: "Bierbikes und Junggesellenabschiede sind grauenhaft"

    Der große Berlin-Boom bei Touristen könnte einknicken. Es sieht derzeit so aus, als ob die Übernachtungszahlen in diesem Jahr nicht mehr steigen, sondern stagnieren. Ist die Friedrichshainer Dauerparty etwa vorbei? Der Senat hat am Dienstag ein neues Tourismuskonzept beschlossen, das mehr Qualität und weniger auf Party setzen will. Wie man das schaffen kann, sagt der Geschäftsführer der Marketingorganisation Visit Berlin, Burkhard Kieker, im Inforadio-Interview.  

  • Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop bei einer Senatspressekonferenz (Bild: imago/Christian Ditsch)
    imago stock&people

    Pop: "Bitte keine Bettlaken mit 'Touri go home'"

    Viele Innenstadt-Berliner sind genervt: Heerscharen an Touristen strömen durch ihre Kieze, sind laut, hinterlassen Müll. Gleichzeitig ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Ein schwieriger Balanceakt – auch für den Senat, der auf seiner Klausur am Dienstag ein Konzept für "stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus" beschließen will. Worum es dabei geht, sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) im Gespräch mit Thorsten Gabriel – und verrät auch, wo sie selbst zuletzt im Urlaub war.  

  • Touristin mit Rollkoffer in Prenzlauer Berg (Bild: imago/Seeliger)
    imago/Seeliger

    Airbnb widerspricht Zweckentfremdungs-Vorwurf

    Es gilt als erste Wahl, sobald Urlaubswillige im Netz nach privaten Unterkünften suchen: das Portal Airbnb. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen allein 700.000 Gastankünfte für Berlin – ein Beleg dafür, wie angesagt diese Art des Urlaubmachens ist. Kritiker sagen, Airbnb verführe zur Zweckentfremdung der eigenen Wohnung und trage damit bei zur Wohnraumverknappung. Das weist Airbnb-Deutschland-Chef Alexander Schwarz im Inforadio klar zurück: "Wir ermöglichen vielmehr eine effiziente Wohnraumnutzung, die auch für Berlin wichtig ist."

  • Trabant vor der Eastside-Gallery in Berlin (Bild: Stefan Zeitz/imago)
    Stefan Zeitz/imago

    Auch bei schlechtem Wetter: East-Side-Gallery ist Touristenmagnet

    Inforadio-Reporterin Anna Corves ist zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gefahren, zur East-Side Gallery in Friedrichshain. Wer tummelt sich dort an diesem eher grau-trüben Montagnachmittag? "Ich bin auf einen ganzen Pulk von Türken, Spaniern und Schotten gestoßen", berichtet Inforadio-Reporterin Anna Corves. Unter den Touristen, die dem schlechten Wetter trotzten, war Jana aus Budapest, die wie so viele andere Gäste auch bei Freunden untergekommen ist.

  • Das A&O Hostel in Berlin Friedrichshain
    rbb Inforadio/Tobias Goltz

    Hostels und ihre Partygäste: "Wir sprechen mit unseren Nachbarn"

    In unserer Programmreihe zum Berlin-Tourismus haben wir schon viel über Ferienwohnungen gehört. Aber: nur ein kleiner Teil der Touristen übernachtet überhaupt in einer Ferienwohnung. Die weitaus meisten zahlenden Besucher schlafen in Hotels oder Hostels. Das A&O Hostel in der Boxhagener Straße in Friedrichshain gibt es schon seit 18 Jahren, die Zielgruppe: vor allem junge Backpacker. Unsere Reporterin Anna Corves ist vor Ort und spricht mit Hausleiterin Nicole Höhnle.

  • Sabine Dahl (l) mit Eckhardt Sagitza (Bild: Anna Hanke/rbb)
    Anna Hanke/rbb

    Die Wohnungsdetektive von Friedrichshain

    Berliner Wohnungen dürfen seit 2014 nicht mehr unangemeldet als Ferienwohnungen vermietet werden – so steht es im Gesetz. Doch wie kontrolliert man, ob sich Mieter und Wohnungseigentümer auch wirklich daran halten? Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind fünf Mitarbeiter des Wohnungsamtes quasi als „Wohnungsdetektive“ unterwegs. Wie sie genau vorgehen, erklärt Amtsleiter Eckhard Sagitza im Gespräch mit Sabine Dahl.

  • Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher im Abgeordnetenhaus im Januar 2018 (Bild: imago/Christian Ditsch)
    imago stock&people

    Interview 

    Lompscher: "Private Wohnungen einfacher tageweise vermieten"

    Wohnraum wird immer knapper in Berlin – deswegen gibt es seit 2014 das "Zweckentfremdungsverbot". Und das zeigt Wirkung: In den letzten anderthalb Jahren sind fast 4.000 Ferienwohnungen wieder auf den Wohnungsmarkt gekommen. Was aber, wenn Berliner ihre eigene Wohnung ab und zu an Gäste vermieten wollen? Bisher brauchen sie dafür eine komplizierte Genehmigung. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) kündigt im Inforadio an, dass sie das Zweckentfremdungsverbot nicht lockern, eine tageweise Vermietung aber erleichtern will – und zwar möglichst schnell.

  • Altbau in Berlin
    imago/STPP

    Auf den Punkt: Das Zweckentfremdungsverbot

    Wohnraum ist knapp. Um zu verhindern, dass Wohnungsbesitzer ihn für andere Zwecke nutzen, gibt es das Zweckentfremdungsverbot. In Berlin gilt seit gut drei Jahren eines der schärfsten Gesetze dieser Art in Deutschland. Die Regelung betrifft sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen und soll den Umgang mit Leerstand, Gewerbe und auch Ferienwohnungen klären. Doch was heißt das genau, wenn es um Ferienwohnungen geht? Anke Burmeister und Anna Corves bringen es auf den Punkt.

  • Altbau in Berlin
    imago/STPP

    Die Touristen - Fluch und Segen für Berlin 

    Licht und Schatten des Zweckentfremdungsgesetzes

    Die Touristen - für viele Menschen sind sie Fluch und Segen für Berlin. Einerseits bringen die Besucher viel Geld in die Stadt und tragen zum Wirtschaftsaufschwung bei, andererseits führt der Tourismus auch dazu, dass Berlinerinnen und Berliner aus der Innenstadt verdrängt werden, wenn reguläre Wohnungen zu Ferienwohnungen werden. Vor vier Jahren hat die Politik dieser Entwicklung den Kampf angesagt und ein Zweckentfremdungsverbot auf den Weg gebracht. Doch das Gesetz hat Lücken und Tücken und wird deshalb gerade überarbeitet, wie rbb-Reporter Thorsten Gabriel weiß.

  • Touristenschiff vor der Freiheitsstatue in New York (Bild: Wang Ying/imago)
    Wang Ying/imago

    Nahaufnahme 

    New York ist viel mehr als nur Manhattan

    Venedig, Mallorca, Barcelona: Ja, das kennen wir alle, da waren wir  vielleicht schon. Und ja, das sind Orte, die vor Tourismus krachen. "Over-Tourism" heißt das Stichwort. Aber was halten Sie von der Zahl 60 Millionen? So viele Touristen kommen jährlich nach New York. Der amerikanischen Mega-City ist das too much. Nun sucht man dringend nach Lösungen, die Manhattan entlasten - und gleichzeitig niemanden vergrätzen. Unser NewYork-Korrespondent Kai Clement sucht mit.