Wir müssen reden: Das raue Berlin

Das raue Berlin
imago/Rolf KremmingStefan Zeitz/Jürgen Ritter

Wir müssen reden! Über das raue Berlin. Deshalb war Inforadio in der Woche vom 26. Februar 2018 auf der Potsdamer Straße in Tiergarten und Schöneberg unterwegs. Wir haben geschaut, wie Obdachlose durch den Winter kommen. Wir haben gestritten über den Straßenstrich. Wir haben gefragt, wer sich die Miete noch leisten kann - und gestaunt über neuen Glanz und Wohlstand. Tag und Nacht waren unsere Reporter auf der Potsdamer unterwegs - online und im Inforadio.

Interviews und Reportagen

Inforadio-Reporter Oliver Soos
Inforadio/Christian Wildt

Neue Bauprojekte im Prostitutionsgebiet - Wie geht es weiter mit dem Kurfürstenkiez?

An der Potsdamer Straße prallen sehr extreme Gegensätze aufeinander: Mondänes und zum Teil luxuriöses Stadtleben, mit Boutiquen und Edelrestaurants - und direkt nebenan Ramschläden, Imbissbuden und der Straßenstrich. Im Kiez machen sich zur Zeit viele Menschen Gedanken über neue Bauprojekte, die mitten im Prostitutionsgebiet in der Kurfürstenstraße entstehen. Inforadio-Reporter Oliver Soos hat sich umgehört.

Sigrid Witthöft (Pallasseum, Chefin der Hausverwaltung)
Inforadio/Annette Miersch

Vom sozialen Brennpunkt zum Vorzeigeprojekt - Pallasseum: "Man kann hier in Ruhe leben"

Die einst runtergekommene Potsdamer Straße in der City West wird aufgemöbelt und verändert sich rasant. Auch im Bereich Wohnen und Mieten ist eine ganze Menge in Bewegung. Im "Pallasseum“, dem als "Sozialpalast" bekannten sozialen Brennpunkt, sind die Mieten noch bezahlbar. Inforadio-Reporterin Annette Miersch ist vor Ort: "Die Fassade leuchtet frisch saniert - hellgrau", berichtet sie. Auch Bewohner sprechen von deutlich besseren Lebensverhältnissen in dem renovierten Haus.

Künstlerin Lena Braun ("Barbiche")
Lena Braun (privat)

Vis à vis mit Künstlerin Lena Braun - "Das Schönste ist doch die Durchmischung"

Die Potsdamer Straße mit all ihren Gegensätzen und Facetten genießt bei uns in dieser Woche besondere Aufmerksamkeit: eine Straße im Aufbruch und Wandel, das kreative aber auch das raue Berlin. "Wir müssen reden!“ – sagen wir und fragen die Menschen dort: Wie lebt es sich mit den Gegensätzen? Inforadio-Reporterin Annette Miersch hat darüber mit der Künstlerin Lena Braun in ihrem neu eröffneten Kunstraum "Barbiche“ an der Potsdamer Straße gesprochen.

Neubau an der Kurfürstenstraße
imago/PEMAX

Kurfürstenstraße soll Milieuschutzgebiet werden - Gegen die Verdrängung

Der Kiez rund um Kurfürsten- und Genthinerstraße hat keinen sonderlich guten Ruf, bedingt durch den dort seit langen ansässigen Straßenstrich. Doch nun entstehen genau dort modernste Wohnungen mit begrüntem Innenhof und Tiefgarage. Wird sich damit diese Gegend tiefgreifend wandeln? "Das kann man schon so sagen", meint der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Mitte und Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Dass die Mietspirale in Tiergarten-Süd stark nach oben gehe, beobachte er mit Sorge. "Wir sind bemüht, dort ein Milieuschutzgebiet auszuweisen", kündigt er an.

Diskussionsrunde - Zankapfel Straßenprostitution

Wie weiter mit dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße? An dieser Frage kommen wir nicht vorbei, wenn wir über das "Raue Berlin“ und die weniger schönen Ecken entlang der Potsdamer Straße sprechen. Unsere Reporterin Annette Miersch hat sich vor der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg mit Anwohnern und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) getroffen. Sie setzt auf direkte Gespräche mit den Prostituierten und lehnt zugleich eine Sperrzone ab. Die Anwohner sind derweil in der Bewertung des Straßenstrichs gespalten - fordern aber alle mehr Engagement der Politik.

24h Potsdamer Straße

24h Potsdamer Straße: Inforadio-Reporter Oliver Soos und Annette Miersch
Inforadio

#dasraueberlin - 24h Potsdamer Straße - das Fazit

24 Stunden waren unsere Reporter auf der Meile durch die City West unterwegs und haben über das Tag- und Nachtleben berichtet: über die starken Gegensätze dort, das Kontrastprogramm. Annette Miersch ist zum Abschluss der Rund-um-die–Uhr-Beobachtung für uns nochmal im Cafe "Queen of Muffins“ an der Potsdamer Straße und fasst die spannendsten Eindrücke zusammen.

Cherry Rebelle begrüßt Olliver und Tobias
Klaus Dieter Freiberg

Zwischen Dönerbuden und Table Dance-Bars - Eine Nacht auf der Potsdamer Straße

Seit Dienstagmittag sind unsere Reporter nonstop unterwegs, in der Potsdamer Straße - zweifelsohne eine der spannendsten und abwechslungsreichsten Straßen, die Berlin zu bieten hat. Von schicken Nobelboutiquen, Galerien und teuren Restaurants, über Dönerbuden, 99cent-Läden, bis hin zum Sexshop mit angrenzendem Straßenstrich - alles ist dabei. Unser Reporter Oliver Soos erzählt, welche Beobachtungen er dort in der vergangenen Nacht gemacht hat.

Das raue Berlin in der Potsdamer Straße

Die Potsdamer Straße in Bildern

Videos

Husnie Alzein (13 Jahre alt), Boxclub Isigym
Inforadio

"Boxen hat mein Leben verändert"

Eine wichtige Anlaufstelle für Jugendliche im Kiez in der Potsdamer Straße ist der Boxclub Isigym. Der 13-jährige Husnie Alzein sagt: "Das Boxen hat mich von der Straße geholt." (Video)

24h Potsdamer Straße: Inforadio-Reporter Oliver Soos und Annette Miersch
Inforadio

Den Kontrasten auf der Spur

Inforadio-Reporter Oliver Soos und Inforadio-Reporterin Annette Miersch über den Auftakt des Projekts "24h Potsdamer Straße"

Reportagen und Beiträge

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  • Diskussionsrunde 

    Zankapfel Straßenprostitution

    Wie weiter mit dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße? An dieser Frage kommen wir nicht vorbei, wenn wir über das "Raue Berlin“ und die weniger schönen Ecken entlang der Potsdamer Straße sprechen. Unsere Reporterin Annette Miersch hat sich vor der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg mit Anwohnern und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) getroffen. Sie setzt auf direkte Gespräche mit den Prostituierten und lehnt zugleich eine Sperrzone ab. Die Anwohner sind derweil in der Bewertung des Straßenstrichs gespalten - fordern aber alle mehr Engagement der Politik.

  • Vis à vis 

    Künstlerin Lena Braun ("Barbiche")
    Lena Braun (privat)

    Lena Braun: "Das Schönste ist doch die Durchmischung"

    Die Potsdamer Straße mit all ihren Gegensätzen und Facetten genießt bei uns in dieser Woche besondere Aufmerksamkeit: eine Straße im Aufbruch und Wandel, das kreative aber auch das raue Berlin. "Wir müssen reden!“ – sagen wir und fragen die Menschen dort: Wie lebt es sich mit den Gegensätzen? Inforadio-Reporterin Annette Miersch hat darüber mit der Künstlerin Lena Braun in ihrem neu eröffneten Kunstraum "Barbiche“ an der Potsdamer Straße gesprochen.

  • Interview 

    Neubau an der Kurfürstenstraße
    imago/PEMAX

    Kurfürstenstraße: Gothe will gegen steigende Mieten angehen

    Der Kiez rund um Kurfürstenstraße und Genthiner Straße hat keinen sonderlich guten Ruf, bedingt durch den dort seit langen ansässigen Straßenstrich. Doch nun entstehen genau dort modernste Wohnungen mit begrüntem Innenhof und Tiefgarage. Wird sich damit diese Gegend tiefgreifend wandeln? "Das kann man schon so sagen", meint der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Mitte und Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Dass die Mietspirale in Tiergarten-Süd stark nach oben gehe, beobachte er mit Sorge. "Wir sind bemüht, dort ein Milieuschutzgebiet auszuweisen", kündigt er an.

  • Diskussionsrunde 

    Zankapfel Straßenprostitution

    Wie weiter mit dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße? An dieser Frage kommen wir nicht vorbei, wenn wir über das "Raue Berlin“ und die weniger schönen Ecken entlang der Potsdamer Straße sprechen. Unsere Reporterin Annette Miersch hat sich vor der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg mit Anwohnern und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) getroffen. Sie setzt auf direkte Gespräche mit den Prostituierten und lehnt zugleich eine Sperrzone ab. Die Anwohner sind derweil in der Bewertung des Straßenstrichs gespalten - fordern aber alle mehr Engagement der Politik.

  • Inforadio-Reporter berichten über das "raue Berlin" 

    Cherry Rebelle begrüßt Olliver und Tobias
    Klaus Dieter Freiberg

    Eine Nacht auf der Potsdamer Straße

    Seit Dienstagmittag sind unsere Reporter nonstop unterwegs, in der Potsdamer Straße - zweifelsohne eine der spannendsten und abwechslungsreichsten Straßen, die Berlin zu bieten hat. Von schicken Nobelboutiquen, Galerien und teuren Restaurants, über Dönerbuden, 99cent-Läden, bis hin zum Sexshop mit angrenzendem Straßenstrich - alles ist dabei. Unser Reporter Oliver Soos erzählt, welche Beobachtungen er dort in der vergangenen Nacht gemacht hat.

  • Nachts auf der Potsdamer Straße 

    Erotik-Kaufhaus
    Klaus Dieter Freiberg

    24 Stunden in der Potsdamer Straße

    Berlin hat seine charakteristischen Orte - zum Beispiel die Potsdamer Straße in Tiergarten und Schönberg. Eine berüchtigte Meile des alten Berliner Westens ist sie. Aber sie ist mittlerweile ein Boulevard heftiger neuer Kontraste geworden. Von schick bis schäbig, von neuem Wohlstand bis zur Schattenseite des Stadtlebens ist hier alles zu finden. Wir müssen reden - diese Woche über das raue Berlin. Und deshalb werden wir die Potsdamer Straße von heute Mittag an eingehend kennenlernen. Dabei helfen die Inforadio-Reporter Annette Miersch und Oliver Soos. Sie berichten, was sie uns ab heute zeigen wollen - unter anderem berichtet Oliver aus einer Table Dance Bar.

  • Wie sich der Kiez verändert hat 

    Die Grafikdesignerin Heidrun Abraham
    Inforadio/Christian Wildt

    Potsdamer Straße: "Lasst uns unsere Gegensätze"

    In der Potsdamer Straße in der Berliner City West prallen Berlins Gegensätze aufeinander: Glanz und Glamour findet man direkt neben dem Obdachlosen-Asyl und dem Straßenstrich. Wir müssen reden. Inforadio-Reporterin Annette Miersch hat mit der Anwohnerin Heidrun Abraham gesprochen. Sie sagt: "Man muss aufpassen, dass das was hier so liebenswert ist, erhalten bleibt."

  • Potsdamer Straße zieht Galerien an 

    Galerist Thomas Fischer
    Inforadio/Annette Miersch

    "Erstes Galerien-Viertel, das sich im Westen etabliert"

    Wie lebt es sich mit den Gegensätzen im rauen Berlin? Darüber müssen wir reden. Beispiel: die Potsdamer Straße. Besonders anziehend war und ist der Kiez unter anderem für Künstler und Galeristen. Mindestens 17 Ateliers und Galerien gibt es schon. Inforadio-Reporterin Annette Miersch hat die "Galerie Thomas Fischer" besucht.

  • Nahaufnahme 

    Annette Miersch und Stephan von Bothmer
    Klaus Dieter Freiberg

    Die Potsdamer: "Eine Straße wie ein Whirlpool"

    Kaum eine Straße in Berlin demonstriert so die Gegensätze der Stadt wie die Potsdamer Straße: Hier gibt es Kunstgalerie neben Straßenstrich, teure Eigentumswohnungen neben Obdachlosigkeit. Der Musiker Stephan von Bothmer lebt seit 18 Jahren im Kiez an der Potsdamer Straße und nimmt Inforadio-Reporterin Annette Miersch mit auf einen Kiez-Spaziergang.  

Social Media

Obdachlosigkeit

Elke Breitenbach (Bild: imago/Uwe Steinert)
imago/Uwe Steinert

Interview - Breitenbach: 100 weitere Notschlafplätze geschaffen

Gerade erleben wir die bislang kältesten Tage dieses Winters, und besonders bedrohlich wirken sich diese eisigen Temperaturen für Obdachlose aus. Man geht von 6000 Menschen aus, die in der Hauptstadt ohne Wohnsitz sind. Wie unverzichtbar die Arbeit der Berliner Kältehilfe ist, belegen aktuelle Zahlen: Gut 90 Prozent der Notschlafplätze sind derzeit belegt. Bislang standen 1.100 Plätze zur Verfügung - seit Sonntag sind es 100 mehr, sagt Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (DIE LINKE).

Polnische Obdachlose in Berlin (Quelle: rbb)
rbb

Interview - Das raue Berlin: Notunterkünfte sind nicht die Lösung

Die Menschen, die die raue Seite der Hauptstadt so unmittelbar zu spüren bekommen wie kein anderer, sind die Obdachlosen. Der Sozialwissenschaftler Prof. Volker Busch-Geertsema steht mit vielen Wohnungslosen in Kontakt und versucht ihnen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Er sagt: Die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit kann nur über mehr Wohnraum speziell für Wohnungslose funktionieren.

Der Männerschlafsaal einer Notübernachtung für Obdachlose in Berlin-Kreuzberg (Quelle: dpa)
dpa

Obdachlose nehmen Angebote der Kältehilfe verstärkt in Anspruch - 90 Prozent der Notschlafplätze belegt

Die Einrichtungen der Berliner Kältehilfe werden immer öfter in Anspruch genommen. Aktuell seien gut 90 Prozent der Notschlafplätze belegt, so der Koordinator der Kältehilfe im Inforadio. Insgesamt stünden rund 1.100 Plätze zur Verfügung. Zum einen liege das an den jüngsten Nachtfrösten. Zum anderen dauere es immer eine gewisse Zeit, bis neue Einrichtungen den Nutzern bekannt werden. Nach Schätzungen von Fachverbänden leben in Berlin 3.000 bis 6.000 Menschen auf der Straße.

Ein Mann übernachtet in einer Winternacht bei Minusgraden an einer Bushaltestelle in Berlin-Schöneberg, dahinter eine Werbetafel der Berliner Stadtmission mit einem Spendenaufruf für ihr Kältehilfe-Projekt für Wohnungslose
imago/imagebroker

Das raue Berlin: Obdachlose in Berlin - Essen, Schlafen, nicht allein sein

"Guten Morgen Berlin, du kannst so schön schrecklich sein", singt Peter Fox in "Schwarz zu Blau". Schön und schrecklich direkt nebeneinander - das ist Berlin und das zeigt sich selten so deutlich wie an der Potsdamer Straße. Am einen Ende wurde bis Sonntagabend bei der Berlinale Sektchen getrunken und glamourös gefeiert, ein paar Meter weiter kommen Straßenstrich und Obdachlosigkeit. Inforadio-Reporter Martin Adam war in der "alten Pumpe", einer Notunterkunft für obdachlose Menschen.