Eine Person benutzt ein Smartphone
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- Was taugen Mobilitäts-Apps?

Ganz gleich ob Fahrrad, Öffentlicher Nahverkehr, Auto, Bahn, Bus oder Flugzeug: Eine Mobilitäts-App für Alles wünscht sich so mancher im Zeitalter von Smartphone und Big Data. Allerdings stehen ihr massive wirtschaftliche Interessen des Markts entgegen. Johannes Frewel hat die Einzelheiten.

Verkehrsunternehmen produzieren täglich riesige Datenmengen in ihre Netzen. Viele bieten auch eigene Apps an, die aus diesen Daten individuelle Routenvorschläge machen. Für Apps, die die Daten konkurrierender Anbeiter verknüpfen und Tickets verkaufen, lohne der Aufwand nicht, betont Stefan Weigele, der bei der Unternehmensberatung Civity über unmfangreiches Branchenwissen verfügt: Man bewege sich doch relativ starr in einer umgrenzten Umgebung, das bedeutet, dass das Gros der Mobilität relativ konstante Wege hat, sagt Weigele. Von daher gebe es gar keinen Bedarf, sich ständig neu zu informieren und zu orientieren.

Zudem stehen Verkehrsunternehmen zueinander im Wettbewerb. Ihr wirtschatliches Interesse endet dort, wo der Wettbewerber mit ihrer App Geld verdient. Ohne Wettbewerb gibt es weder günstige Preise noch attraktive Verbindungen. Das digitale Tafelsilber sind die Kundendaten, das sind die Reisegewohnheiten, Buchungs-Historien oder Konto-Daten - und die gebe man nicht gerne so ohne weiteres preis, so Weigle.

Durchgängige Reiseketten bei konkurrierenden Unternehmen zu buchen, das passt nicht in dieses System. Für Verbraucher bedeutet das: Auch künftig müssen sie eine Vielzahl verschiedener Mobilitäts-Apps nutzen, um zum Ziel zu kommen. Online-Plattformen, die zugängliche Daten von Mobilitätsanbietern zusammenzuführen, würden sich kaum am Markt durchsetzen, erwartet Unternehmensberater Stefan Weigle, "weil die ienzelnen Mobilitäts-Anbieter immer darauf achten werden, dass ihre native App für ihr Kernprodukt immer die beste ist (...) Die ganze Vielfalt, mit der ich mich abgrenzen kann vom Wettbewerb, werden die Anbieter in ihren Apps bündeln und deshalb sind die auch weiterhin attraktiv - und das werden die Plattformen nicht alles leisten können."

Investoren rät Weigele, lieber zweimal hinzusehen, ehe sie mit Geld in Mobilitätsapps stecken. Durch das starke deutsche Jobwachstum haben in den vergangenen Jahren zwar alle Verkehrsträger Fahrgäste hinzu gewonnen, nicht jedoch Marktanteile. Marktanteile gewonnen hat in Ballungsräumen lediglich das Fahrrad.

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