Archiv: Feuerwehrmänner in den Trümmern des World Trade Centers (Bild: dpa/ picture alliance/ Randy Taylor/ ZUMA)
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- Politologe: USA haben durch Kriege nach 9/11 nicht viel erreicht

Die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 gelten als große Zäsur der jüngeren Weltgeschichte. Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler verweist darauf, man müsse daraus lernen, auf große Herausforderungen rational zu reagieren.

20 Jahre nach 9/11 sei es erforderlich auf große Herausforderungen rational und nicht emotional zu reagieren, sagt der Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Die US-Amerikaner haben seiner Ansicht nach Ansicht emotional auf die Anschläge reagiert und seien so ein eine Falle gegangen: "Sie haben weltweit Kriege geführt, bei denen es geschätzt eine Million Toter gegeben hat und sie haben dabei nicht besonders viel erreicht."

Durch die Entscheidung für das Kriegsparadigma habe man sich für den falschen Weg entschieden, sie die These von Herfried Münkler. Warum das passiert zeigt, sei allerdings verständlich: "9/11 ist eben nicht nur die physische Zerstörung der beiden Türme [des World Trade Centers] und des Teils des Pentagons, sondern auch die Bilder der Verwundbarkeit einer Weltmacht." Die Vorstellung sei gewesen, man müsse dem andere Bilder entgegensetzen.

Die deutsche Bundeswehr hat sich laut dem Politologen vor allem mit dem Einsatz in Afghanistan hat aus einer Armee der Landesverteidigung in eine Einsatzarmee verwandelt. "Und da muss man halt schauen, inwieweit dieser Prozess weitergeht", so Münkler.

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11. September 2001: Dichter Rauch steigt von einem der Türme des World Trade Centers auf, nach das Gebäude von einem Flugzeug getroffen wurde.
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