Günter Verheugen
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- Verheugen: EU-Parlament muss eigene Defizite erkennen

Eurokrise, Brexit, Diskussionen um Geflüchtete - die Liste der Herausforderungen für die EU ist lang. Auf welche Projekte und Bereiche muss sich die EU in Zukunft konzentrieren, welche Bereiche muss sie vorantreiben? Günter Verheugen ist ehemaliger Vizepräsident der EU-Kommission und sieht vor allem Vertrauen und Zusammenhalt in Gefahr.

Es sei jetzt an der Zeit, dass sich die Staats- und Regierungschefs den Kopf darüber zerbrächen, wo derzeit die dringendsten Probleme lägen, sagte Verheugen. Wichtig sei ein handlungsfähiges EU-Parlament, das nationalistischen Kräften in der EU die Stirn bieten könne, aber dazu bedürfe es auch einer hohen Wahlbeteiligung. Das EU-Parlament müsse auch seine eigenen Defizite selbstkritisch hinterfragen - so attestierte Verheugen dem Parlament Mangel an strategischer Orientierung, Zusammenhalt und Führung.

Große ökonomische Errungenschaften der Europäischen Union wie der Binnenmarkt und der Euro verteilten ihre Vorteile einseitig, so Verheugen. Deutschland profitiere weiterhin, aber die Unterschiede zwischen stärkeren und schwächeren EU-Staaten sei größer geworden. Deutschlands Verhalten während der Schuldenkrise habe zudem dazu geführt, dass Vertrauen und Zusammenhalt in der EU geschwächt worden seien, so die Einschätzung Verheugens.

Veranstaltungstipp
Günter Verheugen wird am 15. Mai 2019 an der Inforadio-Podiumsdiskussion "Das Forum" unter dem Titel "Wohin Europa?" teilnehmen. Wie Sie die Diskussion besuchen können und alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Am Sonntag können Sie die gesamte Diskussion auf Inforadio.de und auch im Das Forum-Podcast nachhören.

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