Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender begrüßen Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, und seine Frau Brigitte Macron mit militärischen Ehren vor dem Schloss Bellevue.
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Interview - Arend: Jugend aus Deutschland und Frankreich in Kontakt bringen

In seiner Rede an die europäische Jugend in Dresden hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die deutsch-französische Freundschaft beschworen. Die Beziehungen waren zuletzt nicht ganz einfach. Damit beide Länder wieder näher zusammenrücken, müsse man vor allem die Jugend in Kontakt bringen, meint der französische Politiker Christophe Arend.

Reden sind eine Stärke von Emmanuel Macron - das hat er am Montag in Dresden wieder bewiesen. Vor der Frauenkirche hielt der französische Präsident eine Rede an Europas Jugend. Macron sprach teilweise auf deutsch, beschwor die deutsch-französische Freundschaft und wurde von einer großen Menge unter freiem Himmel bejubelt.

Vor der Europawahl appellierte Macron an die Wählerinnen und Wähler, sich für demokratische Parteien zu entscheiden. Frieden und Wohlstand in Europa könnten durch falsche Entscheidungen gefährdet werden. Macron sei angetreten, um die Rechtsextremen in Frankreich zurückzudrängen, sagt Christophe Arend, ehemaliger Leiter der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Das sei aber nicht gelungen. "Also ist das heute auch in Frankreich etwas, das uns sehr bekümmert." Macron wolle nicht der Präsident sein, der am Ende dem rechtspopulistischen Rassemblement National die Macht überlassen müsse.

Arend: Menschen zusammenbringen - auch ohne Sprachkenntnisse

 

Auch die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen hat Macron während seines Staatsbesuchs mehrfach betont. Zuletzt waren diese nicht immer einfach. Und auch das Interesse in der Bevölkerung an einem Austausch sei zurückgegangen, sagt Arend. Deshalb sei es besonders wichtig, dass Menschen aus beiden Ländern miteinander in Kontakt kämen und positive Erfahrungen machten.

"Lange dachte man, man muss zuerst mal die Sprache des anderen lernen", sagt Arend. Dieses Paradigma müsse man ändern und Jugendliche zuerst zusammenbringen, damit positive Emotionen entstehen könnten. "Dann finden die den Zugang zur Sprache und auch zur Kultur des anderen", sagt Macron.

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