Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke während einer Verhandlungspause am Landgericht Halle (Saale)
picture alliance / dts-Agentur
Bild: picture alliance / dts-Agentur Download (mp3, 11 MB)

Interview - Wahlforscher: AfD-Klientel trotz negativer Schlagzeilen stabil

Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke ist zu einer Geldstrafe von 13 000 Euro verurteilt worden, weil er eine SA-Parole verwendet hat. Der Wahlforscher Roberto Heinrich sagt: Solche Vorfälle können die Anhängerschaft irritieren, aber auch mobilisieren.

Roberto Heinrich ist verantwortlicher Studienleiter des ARD-DeutschlandTRENDs beim Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap. Laut dem Wahlforscher können negative Meldungen grundsätzlich Einfluss haben auf die Wahlpräferenzen. Sie könnten die Anhängerschaft irritieren, aber auch mobilisieren.

Gegen diese Wirkungszusammenhänge sei auch die AfD nicht ganz gefeit, so Heinrich. Die Partei habe in letzter Zeit in den Umfragen an Prozentpunkten eingebüßt. Trotzdem bleibe die AfD in den ostdeutschen Bundesländern bei den Befragungen stärkste Kraft.

Welche Auswirkungen die jetzige Verurteilung des Thüringer AfD-Spitzenpolitikers Björn Höcke hat, lasse sich schwer einschätzen: "Man sollte jetzt nicht allzu große Erwartungen haben, was die Effekte anbetrifft. Aber grundsätzlich sind solche negativen Nachrichten für jegliche Art von Partei natürlich ein Problem."

Heinrich: Hälfte der AfD-Anhänger hat rechtes oder rechtsextremes Weltbild

 

Bei der AfD hätten sich durch Recherchen etwa zu Treffen mit Rechtsextremisten vor allem moderatere Anhänger von der Partei entfernt. Aber es gebe einen Teil der Partei, den das nicht schrecke, sagt Heinrich.

"Sicherlich werden solche Nachrichten keinen Einfluss haben auf die Einstellung derer, die ein ausgeprägtes rechtes oder rechtsextremes Weltbild haben." Das betreffe ungefähr die Hälfte der Anhängerschaft der AfD.

Auch auf rbb24inforadio.de

picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Newsjunkies - AfD: Der Anfang vom Ende?

Sinkende Umfragewerte, Abgeordnete unter Bestechungsverdacht, Niederlagen vor Gericht, eine europäische Rechte, die sich abwendet – und dann kommt noch Sahra Wagenknecht von links und baggert an der Stammklientel herum. Wie beschädigt ist die AfD? Das diskutieren die Newsjunkies Hendrik Schröder und Christoph Schrag.

Die "Newsjunkies" - ein Tag, ein großes Nachrichtenthema, immer Montag bis Freitag am Nachmittag. Kostenlos folgen und abonnieren in der ARD-Audiothek. Alle Abo-Möglichkeiten findet Ihr hier: https://www.rbb24inforadio.de/newsjunkies. Fragen und Feedback: newsjunkies@inforadio.de.

Felor Badenberg (parteilos), Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz von Berlin
dpa

Interview - Justizsenatorin Badenberg gegen AfD-Verbotsverfahren

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg hält ein Verbotsverfahren gegen die AfD zum jetzigen Zeitpunkt nicht für sinnvoll. Die rechtlichen Voraussetzungen für einen solchen Schritt lägen noch nicht vor. Daran ändere auch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster nichts.

Das Logo der AfD ist bei einer Kundgebung in Düsseldorf neben Deutschlandflaggen auf einem Zeltpavillion zu sehen.
picture alliance / NurPhoto | Ying Tang

Interview - AfD kritisiert Verfassungsschutz-Urteil: "Krasser Formfehler"

Die gesamte AfD darf vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall behandelt werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Klage der AfD dagegen abgewiesen. Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Peter Boehringer kritisiert das Urteil und sieht "krasse Verfahrensfehler".