Symbolbild: Gang einer Schule
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Interview - GEW Brandenburg: Schul-Sonderbudget "hoch problematisch"

Brandenburgs Schulen bekommen Geld zur freien Verfügung: Damit sollen etwa Ganztags- und Förderangebote ausgeweitet werden. Günther Fuchs von der GEW kritisiert: Das darf nicht durch unbesetzte Lehrstellen finanziert werden.

Erst einmal scheint gegen die Idee wenig zu sprechen: Wenn eine Schule in Brandenburg mehr Geld für Nachhilfe-Angebote benötigt, weil erhöhter Bedarf besteht, soll sie das beantragen können. Günther Fuchs von der GEW in Brandenburg übt allerdings scharfe Kritik: "Wenn man von einem zusätzlichen Budget sprechen würde, ist das nicht falsch. Aber wenn es aus unbesetzten Stellen heraus erwirtschaftet wird, schon", so Fuchs.

Erst einmal Lehrqualität absichern


Was der Gewerkschafter meint: In Brandenburg sind aktuell 480 Lehrstellen unbesetzt. "Es ist wichtig, dass Schulen Gelder bekommen, aber das Budget ist kein zusätzliches Geld", sagt Fuchs. Finanziert werde das Programm durch den Haushaltsüberschuss durch ebenjene unbesetzten Stellen. Fuchs hält das für hoch problematisch: "Wir bräuchten erst einmal die Lehrkräfte, um die Qualität des Unterrichts abzusichern."

Den Ansatz, Schulen differenziert zu fördern, begrüße er. "Der bürokratische Aufwand sollte so niedrig wie möglich sein, sonst greift das nicht", so Fuchs. Er habe aber Zweifel, dass sich das Programm wie gewünscht umsetzen lässt: "Wenn ich keine Lehrkräfte habe, kann es auf dem Arbeitsmarkt auch keine Kolleginnen und Kollegen geben, die Nachhilfe geben", so der Gewerkschafter.

Krise bewusst herbeigeführt


Fuchs kritisiert, dass das Land Brandenburg auf diese Situation sehenden Auges zugesteuert sei. So habe man die letzten zehn Jahre am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet, so Fuchs. "Die Krise ist bewusst herbeigeführt. Wenn es etwas on top gäbe, dann ist das nicht falsch."

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