Armin Laschet (2.v.r.), Unions-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, steht mit Paul Ziemiak (r), CDU-Generalsekretär, und den CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann (2.v.l.) und Friedrich Merz nach dem Treffen der NRW-Landesgruppen im Sitzungssaal zusammen.
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- Laschets Lebensversicherung: Die kleine Chance auf Jamaika

Die jüngsten Umfragewerte für Armin Laschet sind katastrophal, selbst aus der eigenen Partei wird der Gegenwind immer stärker. Politologe Stefan Marschall sieht die kleine Möglichkeit einer Jamaika-Koalition momentan als Laschets einzige Lebensversicherung an und empfiehlt ihm, pro-aktiv um Grüne und FDP zu werben.

Es sind niederschmetternde Zahlen für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet: Rund zwei Drittel der Deutschen sind laut einer aktuellen Umfrage für seinen Rücktritt als CDU-Chef. Doch noch hält er sich im Amt.

Stefan Marschall ist Politologe an der Universität Düsseldorf, also dort, wo Armin Laschet noch seinen Amtssitz als Ministerpräsident hat. Er sieht die politische Zukunft Laschets in Gefahr: "Der Gegenwind, der Laschet entgegenbläst, ist schon sehr stark geworden. Nicht nur aus der Öffentlichkeit, nicht nur von der CSU, sondern auch von der eigenen Partei."

"Laschet muss ein besseres Angebot machen als die SPD"

Laschets einzige Lebensversicherung als Parteivorsitzender sei im Moment die kleine Chance auf eine Jamaika-Koalition: "Die Jamaika-Option ist nicht völlig vom Tisch. Es sollen ja auch Gespräche stattfinden." Allerdings täten sich die Grünen momentan sehr schwer mit einer Koalition gemeinsam mit der CDU. Deswegen würden Laschets Chancen immer geringer.

Laschet müsse nun pro-aktiv vorgehen und Grünen und FDP "ein Angebot auf den Tisch legen, das deutlich besser ist, als das der SPD". Denn würde die Ampel aus SPD, Grünen und FDP realisiert, begänne "eine Aufarbeitung, bei der dann alles in Frage gestellt wird – inclusive des Parteivorsitzenden."

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