Nina Stahr (l-r), Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Bettina Jarasch, Spitzenkandidatin der Berliner Grünen für die Abgeordnetenhauswahl, und Werner Graf, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, kommen zu einer Pressekonferenz zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhaus am Vortag.
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- Berliner Grüne für Neuauflage von Rot-Rot-Grün

Der Berliner Grünen-Vorsitzende Werner Graf hat sich zuversichtlich geäußert, dass eine Neuauflage der rot-rot-grünen Koalition zu Stande kommt. Wenn man sich die Programme der Parteien ansehe, gebe es zwischen SPD, Grünen und Linken die größten Schnittmengen.

Vor dem Start der Sondierungen sprechen sich die Berliner Grünen für eine Fortsetzung der bisherigen Regierungskoalition aus SPD, Grüne und Linke aus. "Wir sind fest davon überzeugt, dass wir vieles Gutes schon auf den Weg gebracht haben. Das war eine gute Grundlage, um darauf aufzubauen", sagte der Grünen-Landesvorsitzende Werner Graf am Freitag im Inforadio.

Beispiele dafür seien die Verkehrswende, der Schutz der Mieterinnen und Mieter oder die Neubauinitiative bei den Schulen. Gleichzeitig sei noch viel aufzubauen - etwa bei der Verwaltung.

Wahlpannen müssen "intensiv geprüft werden"

Mit Blick auf die Wahlpannen in Berlin am Sonntag, betonte Graf, das müsse sehr intensiv geprüft werden. Er rechne damit, dass auch vor Gericht passieren werde, so Graf: "Es wird jetzt am 14. Oktober die Landeswahlkommission das Ergebnis feststellen. (...) Erst dann können die Bürgerinnen und Bürger ihre rechtlichen Beschwerden eingeben - das ist ja bis jetzt nicht möglich."

Unterschied zwischen Wahlkampf und gemeinsamer Politik

Von Neuwahlen gehe er allerdings nicht aus. Deshalb sei es wichtig, jetzt auch die Sondierungsgespräche zu beginnen. Graf, der zum Sondierungsteam der Grünen gehört, betonte dabei, es gebe einen Unterschied zwischen dem Wahlkampf und der gemeinsamen Politik.

"Wir haben im Wahlkampf die Auseinandersetzung gesucht - auch die SPD hat sie gesucht. Es ging ja um verschiedene Konzepte für Berlin. Aber wenn man sich wirklich mal die Wahlprogramme und Parteiprogramme nebeneinander legt, dann sieht man, die meisten größten Schnittmengen sind zwischen rot-grün-rot. Deshalb sind wir auch sehr optimistisch, dass wir da zusammenkommen."

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