ARCHIV: Ramona Pop Ramona Pop im Interview in ihrem Büro, Rotes Rathaus, Berlin-Mitte.
Bild: imago images / Uwe Steinert

- Ramona Pop: "Die Wirtschaft scheint sich zu erholen"

Vor sechs Monaten wurde die Corona-Ausbreitung offiziell von der Weltgesundheitsorganisation als Pandemie erklärt. Wie ist die Corona-Bilanz in Berlin nach einem halben Jahr? Darüber sprechen wir mit Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Berlin hat das Jahr 2019 mit drei Prozent Wirtschaftswachstum abgeschlossen, erklärt Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Das habe sich durch die Corona-Krise im Jahr 2020 geändert: "Da gibt es weiterhin Unternehmen, die von dieser Kriese weiterhin bedroht sind."

Dazu gehören laut Pop etwa die Veranstaltungs- oder Kongressbranche. Die Digitalwirtschaft hingegen sei gut durch die Krise gekommen. "Ich glaube daran, dass Berlin breiter und solider aufgestellt ist." Dass die Wirtschaft eingebrochen sei, sei ein bundesweiter und auch globaler Trend, die Politikerin betont aber auch: "Die Wirtschaft scheint sich zu erholen."

Inzwischen seien die Hilfen gezielter. Dass die ersten Unterstützungsgelder für Unternehmen ohne große Prüfung ausgezahlt wurden, erklärt Pop so: "Allen war klar, es muss schnell gehen."

Berlin als Wirtschaftsstandort

 

Zur allgemeinen Entwicklung Berlins sagt die Grünen-Politikerin: Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass neu angesiedelte Unternehmen "der Stadt unterm Strich gut getan haben". Zu den Schattenseiten des Wachstums gehöre aber die Entwicklung bei den steigenden Mieten. Allerdings betont Pop: "Ich möchte nicht in die Stadt zurück, wie es sie vor 20 Jahren gab, aus der die Menschen abgewandert sind, weil sie nach dem Studium, nach der Ausbildung keine Jobs gefunden haben."

Berlin biete als internationale Stadt eine Perspektive in der Digitalwirtschaft. Man müsse aber auch Arbeitsplätze sichern, die nicht "im hoch bezahlten Häuptlingsbereich" seien, so Pop. Als Beispiel nennt die Politikerin die MitarbeiterInnen bei Karstadt.

Zu ihrer Beliebtheit bei der Parteibasis sagt die Grünen-Politikerin: "Es ist vielleicht wichtig, Politik nicht mit einer Dating-App zu verwechseln. Ich bin nicht hier, um geliebt zu werden." Wichtig sei allen, dass sich Berlin gut entwickle und lebenswert bleibe. Dabei sei die wirtschaftliche Entwicklung die Basis von allem - etwa um Infrastrukturprojekte wie Fahrradwege zu realisieren: "Das Geld muss ja erst mal auch verdient werden."

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Eine Passantin in der Fußgängerzone hat einen Mundschutz in der Hand.
dpa

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