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- AstraZeneca-Impfstoff: Vorzüge überwiegen Risiken

Obwohl der Impfstoff von AstraZeneca in seltenen Fällen Blutgerinnsel im Hirn auslösen kann, wird er seit Freitag auch in Deutschland wieder geimpft. Das liegt auch an einer neuen Behandlungsmethode gegen die Nebenwirkungen, erklärt Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler.

Lange herrschte Ungewissheit darüber, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von AstraZeneca und der Bildung lebensgefährlicher Thrombosen im Hirn gibt, erklärt Inforadio-Wissenschaftsredakteur Thomas Prinzler. Mediziner der Universitätsklinik in Greifswald hätten nun aber ganz offensichtlich einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln gefunden.

"Das AstraZeneca-Vakzin löst bei einigen Menschen Abwehrreaktionen aus, die dann zu den Blutgerinnseln im Hirn führen können“, so Prinzler. Erstens kenne man nun also die Ursache für die Blutgerinnsel und "zweitens haben die Mediziner in Greifswald auch gleich eine Therapie entwickelt, um sofort auf diese Thrombosen reagieren zu können.“

Vorzüge überwiegen

Dass der Impfstoff von AstraZeneca trotzdem in Deutschland ab Freitag wieder im Einsatz ist, liegt daran, dass es insgesamt weltweit nur sehr wenig Fälle dieser Hirnthrombosen gegeben habe, so Prinzler. "Grundsätzlich gilt für jedes Medikament, dass der Nutzen größer sein muss als die Nebenwirkungen“. Das sei bei dem Impfstoff von AstraZeneca eindeutig der Fall.

Wenn es jetzt auch noch eine Behandlungsmethode gegen die in seltenen Fällen auftretenden Hirnthrombosen gibt, würden die Vorzüge von AstraZeneca dadurch wieder voll zur Geltung kommen, sagt Prinzler: "Leicht zu verwenden, ohne große Kühlung, preiswert und längere Abstände sind möglich zwischen der ersten und zweiten Impfung.“

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