Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a am Goethe-Gymnasium in Hamburg-Lurup schreiben in einer Gruppenarbeit im Klassenzimmer ihre Wünsche für das neue Schuljahr auf einen Zettel. (Bild: picture alliance/dpa | Christian Charisius)
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- Schulleitungsverband: "Man geht hier von einem veralteten Schulbild aus"

Die Quarantäneregelungen für die Schulen werden einheitlicher. Zukünftig sollen nur noch direkte Kontaktpersonen für fünf Tage in Quarantäne mit der Option sich freizutesten. Die Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbandes, Gudrun Wolters-Vogeler, sieht die neuen Regeln kritisch. Sie seien "realitätsfern".

Es wird neue Quarantäne-Regeln an den Schulen geben. Obwohl die für Berlin und Brandenburg zum Teil gar nicht so neu sind. Aber jetzt soll es bundeseinheitlich gelten: Bei Corona-Infektionen in der Schule soll nur noch der direkte Sitznachbar des Kindes, des Jugendlichen und weitere, enge Kontaktpersonen fünf Tage in Quarantäne. Danach kann er, beziehungsweise sie sich sozusagen "freitesten". Angewandt werden sollen die Regeln aber nur, wenn es Lüftungs-, Masken- und Testkonzepte in den Schulen gibt.

Kein Omnibussystem mehr

 

Gudrun Wolters-Vogeler, Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungverbandes Deutschland, findet die neuen Quarantäne-Regeln "schwierig", weil man hier von einem völlig veralteten Schulbild ausgehe. "Sie gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ständig an festen Plätzen arbeiten. Das entspricht nicht moderner Pädagogik. Wenn wir gucken in dem Bereich Grundschule und Sekundarstufe 1, dann geht es da relativ viel um zum Beispiel Gruppenarbeit, Partnerarbeit (...) Das heißt, die Schülerinnen und Schüler haben im Laufe eines Schultags enge Kontakte nicht nur -wie früher im Omnibussystem - zu immer denselben Schülern."

In der Praxis werde es wohl wie bisher sein, dass die Gesundheitsämter dezidiert abfragen, wer mit wem Kontakt gehabt habe.

Abfrage des Impfstatus mache Sinn

 

Von der Abfrage des Impfstatus halte sie dagegen sehr viel, da es bedeute, dass ein Lehrer nicht mit in Quarantäne müsse, wenn es einen Fall in einer Klasse gebe. Man müsse nur wissen, ob derjenige geimpft ist. Es müsste systematisch abgefragt werden. Auch für die Lehrer sei es keine große Aufregung mehr. Ein weiterer Punkt: "Wir haben einen großen Fachkräftemangel.“ Der würde sich bei weitreichenden Quarantänemaßnahmen für die Lehrer weiter verschärfen.

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dpa

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