Sitzgelegenheiten stehen im Wartebereich vom Regierungsterminal auf dem Gelände des Flughafens Berlin Brandenburg (BER).
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- BER - Flughafen (fast) ohne Flieger

Ein Vierteljahr ist der neue Flughafen BER in Betrieb. Und das nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die Leute fliegen kaum noch, Tourismus und Dienstreisen sind in Corona-Zeiten auf ein Minimum zurückgefahren. Thomas Rautenberg hat den Stillstand in Schönefeld auf sich wirken lassen.

Das neue Hauptterminal ist gähnend leer. Keine Warteschlangen vor der Sicherheitskontrolle oder am Check-in. Kein Rollkofferklappern auf den langen Fluren, keine aufgeregten Kinder. Seit drei Monaten ist der BER eröffnet. Zu Beginn der Pandemie rechnete Betriebsleiter Patrick Muller noch mit 20 bis 30 Prozent des Normalbetriebs. Inzwischen ist klar: Es sind weniger als 10 Prozent, sprich nicht einmal mehr 10 000 Fluggäste täglich.

 

"Als ob dem Flughafen die Seele geraubt worden ist"

Die größte Airline am BER, Easyjet, kündigte Anfang November an, fast alle Verbindungen zu streichen, Ryanair und die Lufthansa-Gruppe zogen nach. Geputzt wird trotzdem auf Hochtouren, 15 Liter Desinfektionsmittel aus Spendern und 60 weitere Liter für die Flächendesinfektion verbraucht der Flughafen täglich.

Christopher Schubert arbeitet am Infostand und hat nur wenig zu tun. "Es ist so, also ob dem Flughafen die Seele geraubt worden ist", sagt Schubert. Wenn doch mal jemand zum Schalter komme, werde meist nach der Corona-Teststation gefragt.

 

Täglich eine Million Verluste

Täglich eine Million Euro Verluste macht die Flughafengesellschaft im Moment. Bei einer Telefonkonferenz am 25. Januar will der Aufsichtsrat über eine langfristige Finanzierung des Flughafenprojektes beraten. Klar ist: Der BER wird weiterhin Steuergelder brauchen und muss sparen, wo es geht. Süd- und Nordpier des Flughafens sind geschlossen, das neue Terminal T2 ist gar nicht erst in Betrieb genommen werden. Frühestens im Sommer, möglicherweise erst im Herbst, rechnet Betriebschef Muller wieder damit, dass die Passagierzahlen ansteigen.

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Eine Passantin in der Fußgängerzone hat einen Mundschutz in der Hand.
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