Illustration: Kind in der Betreuung (Bild: dpa/ Sven Hoppe)
dpa/ Sven Hoppe
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- GEW: Schulsozialarbeit an allen Schulen notwendig

Bis 2021 soll jede Berliner Schule mindestens einen Sozialarbeiter bekommen. Björn Köhler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält Sozialarbeit für wichtig – an allen Schulen.

Etwas mehr als die Hälfte der Berliner Schulen hat bereits Sozialarbeiter. Schulsenatorin Sandra Scheeres will bis 2021 an alle Berliner Schulen Sozialarbeiter entsenden. "Schulsozialarbeit ist ein sehr vielfältiges Feld", erklärt Björn Köhler. Er ist im Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

 

Suchtberatung, Liebeskummer & Co.

 

"Das kann von Suchtberatung, das kann über den Liebeskummer gehen, das kann aber auch bis hin zur Freizeitgestaltung gehen. Es kann aber auch die Beratung von Lehrkräften sein, wenn Schüler zum Beispiel ein herausforderndes Verhalten an den Tag legen", erklärt Köhler den Beruf des Sozialarbeiters. Oft hätten die Lehrer selber keine Antworten mehr, wüssten sich nicht mehr zu helfen, wenn Schüler den Unterricht verweigern.

Im Vergleich mit dem Beruf des Erziehers, seien Schulsozialarbeiter noch viel mehr darauf ausgelegt, die Probleme, die im menschlichen Zusammenleben entstehen, zu bearbeiten, sagt Köhler. Das mache auch den Unterschied zu den Lehrern: "Lehrkräfte sind gar nicht dafür ausgebildet, auf Probleme im menschlichen Zusammenleben oder auch auf Konflikte, die in Familien entstehen, einzugehen."

 

"Sozialarbeit wird an allen Schulen gebraucht" 

 

Schulsozialarbeit werde an allen Schulen gebraucht – nicht nur in den Brennpunkt-Bezirken, meint Köhler. "Alle junge Menschen haben ähnliche Herausforderungen, wenn es darum geht aufzuwachsen", so Köhler. Denn auch die Gesellschaft sei komplexer geworden. Genauso stelle die Digitalisierung und Globalisierung neue Herausforderungen dar, die es vorher nicht gegeben habe.

Bildungssenatorin spricht von 300 zusätzlichen Sozialarbeitern für Berlin. Die Kapazitäten sieht Köhler gegeben. "Es ist aber wichtig, dass die Stellen attraktiv ausgestaltet werden", betont Köhler. Noch immer gebe es vorwiegend Teilzeit- oder befristete Anstellungen.

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