Lehrer erklärt an einem Whiteboard in der Klasse Computerkürzel (Bild: imago images / MITO)
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- Disziplin im Unterricht - Prävention statt Reaktion

Unterricht fordert Disziplin, nicht nur von den Schülern, sondern auch von den Lehrern. Um sie im Unterricht durchzusetzen, setzt der junge Lehrer Bob Blume auf Prävention und eine gesunde Feedbackkultur, wie er im Interview erzählt hat.

Bob Blume ist Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch, Englisch und Geschichte und Blogger. Auf seinem Blog "Bob Blume – Unterricht Digital" gibt er Tipps, um den Lehreralltag besser meistern zu können.

"Ich habe das so empfunden, dass Druck Gegendruck erzeugt", sagt Blume. Um aber auf Augenhöhe mit Schülern und Kollegen arbeiten zu können, sei eine richtige Kommunikation mit Feedback-Kultur ein wichtigerer Faktor. "Das Verständnis von Lehrern heutzutage muss mehr über ein Einverständnis laufen, als über einen autoritären Druck", sagt Blume.

Ursprung der Unruhe finden

Besonders mangelnde Disziplin sei immer wieder ein Problem im Unterricht, auch wenn es da Unterschiede zwischen Gymnasien und Brennpunktschulen gäbe. "Das Grundlegende für mich ist immer, nachzuvollziehen wo es her kommt", sagt Blume. Erst dann wisse er, wie fortfahren könne und Unterrichtsstörungen in den Griff bekommen könnte: "Sanktionen sind ja immer nur die Reaktion auf etwas, was man dadurch versucht in den Griff zu bekommen."

Schon in seiner Ausbildung sei der Umgang mit Unterrichtsstörungen ausführlich untersucht worden. "Was aber auch wichtig ist, ist, dass es keine Standardlösung gibt", so Blume. Genauso gebe es keine Lösung, die für jeden Lehrer gleich wirken würde. Das Verhalten der Schüler hänge von vielen Faktoren ab: Die Tageszeit, die vorhergegangene Unterrichtsstunde oder das Fach, nennt Blume als Beispiele.

Die Schüler ernst nehmen

"Der wichtigste Tipp ist für mich Prävention", betont Blume. Sollte aber dennoch eine Störung im Unterricht passieren, könne isoliertes Sprechen helfen, "das Nachfragen und auch das Sprechen über die Klassensprecher." Genauso erinnert er auch daran, wie wichtig Feedback sei. Dass man die Klasse frage, was der Lehrer besser machen könne, führe oft dazu, dass sich die Schüler ernst genommen fühlen.

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