Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Annegret Kramp-Karrenbauer (r, CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, unterhalten sich zu Beginn der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Bild: dpa)
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- "CDU-Mitgliedervotum würde Spaltung nur verdeutlichen"

Nach dem angekündigten Rückzug der CDU-Parteivorsitzenden sucht die Partei nach nach einem neuen Kurs. Michael Lühmann, Demokratieforscher in Göttingen, bezeichnet basidemokratische Prozesse in der CDU dabei als nicht zielführend.

Basisdemokratische Prozesse seien derzeit noch nicht in der CDU verankert, so Lühmann. Bei den Grünen sei dies aufgrund der Parteigeschichte beinahe Tradition, auch die SPD lehnt sich stärker an derartige Prozesse an. "Bei der CDU sehe ich das noch nicht, dass man an dem Punkt ist – das ist eher so ein Verzweiflungsdenken", so Lühmann.

Basisdemokratie: Spaltung der CDU würde nur verdeutlicht


Ein basisdemokratischer Prozess müsse gut vorbereitet werden, so Lühmann. Ein Mitgliederbescheid der CDU würde nun keine Person hervorbringen, die mit großer Mehrheit "durch die Ziellinie geht." Ein solcher Prozess würde eher noch einmal die Spaltung der CDU verdeutlichen, sagte der Parteienforscher. Es sei sinvoller einen "Konsenskandidaten herauszuschälen", denn die Partei müsse nun vor allem geeint werden.

 

Steht der CDU ihr Führungsanspruch im Weg?


Basisdemokratischen Prozessen stehe auch das Selbstverständnis der CDU im Wege. Dies besage: Wir sind eine Regierungspartei. Jeder Vorsitzende, jeder Vorsitzende hätte den Anspruch zu haben, das Land zu führen. "Da muss auch die ganze Partei dahinterstehen, sonst funktioniert das ganze Spiel nicht", so Lühmann. Der Übergang von Angela Merkel zu Annegret Kramp-Karrenbauer sei damit nicht unbedingt gelungen - der nächste Versuche "müsse aber sitzen."

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