John F. Kennedy, Willy Brandt und Konrad Adenauer (Bild: rbb)
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- Das Jahr 1963

"Ich bin ein Berliner" - seinen weltberühmten Satz sagte US-Präsident John F. Kennedy bei seinem Besuch in Berlin am 26. Juni 1963. Kurz danach besucht auch der andere mächtige Mann der damaligen Zeit, Nikita Chruschtschow, die deutsche Hauptstadt. Und kulturell bewegt sich ebenfalls einiges in Berlin. 

Trotz - oder gerade wegen der Mauer ist in beiden Teilen der Stadt ein kultureller Aufbruch zu spüren:

Im Theater des Westens ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals "Annie get your gun" zu sehen - mit Heidi Brühl und dem jungen Ilja Richter. An der Komischen Oper im Ost-Teil der Stadt kommt die Operette "Ritter Blaubart" heraus, inszeniert von Walter Felsenstein, dem Meister des realistischen Musiktheaters. Die Produktion wird drei Jahrzehnte auf dem Spielplan bleiben. Im Oktober wird mit der Berliner Philharmonie einer der bedeutendsten Konzertsäle der Welt eingeweiht.

Mit künstlerischen Mitteln stellt man sich erstmals auch der jüngeren deutschen Vergangenheit. Im Osten feiert der Film "Nackt unter Wölfen" von Frank Beyer seine Premiere, die Geschichte der letzten Wochen des Konzentrationslagers Buchenwald. Im Westen findet die Aufarbeitung im Theater am Kurfürstendamm statt. Dort feiert "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhuth eine umstrittene Premiere. Es geht um die Frage, was der Vatikan von der Judenvernichtung wusste.

Im Sommer besuchen die beiden mächtigsten Männer der Welt kurz nacheinander Berlin, John F. Kennedy den Westen und Nikita Chruschtschow den Osten. Der amerikanische Präsident, 47 Jahre jung, schreibt mit seinen Reden vor dem Rathaus Schöneberg und an der Freien Universität Geschichte, als er vom "Wind of Change" spricht und den eingeschlossenen Berlinern versichert, dass er einer von ihnen ist. Fünf Monate später trauert ganz Berlin um Kennedy. Selbst Walter Ulbricht kondoliert im Fernsehen der Familie.

Nach langwierigen Verhandlungen dürfen West-Berliner zur Jahreswende ihre Verwandten im Ost-Teil besuchen. "Wandel durch Annäherung".

"Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt", eine Chronik in 30 Folgen - in Zusammenarbeit mit dem rbb Fernsehen. 

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Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt (Bild: rbb)
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Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt

Die Jahre seit 1961 waren echte Schicksalsjahre für Berlin. Dieser besonderen Zeit widmet sich das Projekt "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt" im rbb Fernsehen und im Inforadio mit einer Dokumentationsreihe.