In einem Berliner Bürgeramt stehen Menschen Schlange (Quelle: rbb)
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- Stichwort: Personal im Bürgeramt

In den letzten Jahren wurde in den Berliner Bürgerämter der Rotstift nicht gerade zaghaft angesetzt, über 60 Stellen fielen weg. Nun muss man gegensteuern. Unser landespolitischer Korrespondent Christoph Reinhardt erläutert, was der Senat genau plant.

Noch am Anfang dieser Legislaturperiode gehörten die Bürgerämter zum willkommenen Einsparpotenzial: Allein 65 Stellen strichen die Bezirkspolitiker von 2011 bis 2014 zusammen. Immer unter dem Druck von Finanzsenator Nußbaum. Bis klar wurde, dass man es übertrieben hatte. Denn gerade noch 550 Vollzeitstellen standen zuletzt zur Verfügung, aufgeteilt auf 12 Bezirke und 44 Standorte. Und auch das nur auf dem Papier. Der hohe Krankenstand und unbesetzte Stellen sorgten dafür, dass im Schnitt noch einmal 100 Mitarbeiter weniger für den Dienst am Bürger zur Verfügung standen. Obwohl die Arbeit wegen des Bevölkerungswachstums mehr, nicht weniger wurde.

Senat zieht Notbremse

Der Senat zog die Notbremse, und kompensiert inzwischen zumindest die Kürzungen der vergangenen Jahre. 2015 gab es 30 Stellen dazu, 25 Zusatzkräfte kümmern sich um die Flüchtlingsangelegenheiten, in diesem Jahr folgen weitere 36, bis Ende Mai sollen die neuen Stellen besetzt sein. Dann wäre zumindest das Niveau von 2011 wieder erreicht.

Das letzte Wort wird das sicher noch nicht sein, denn Berlin wächst und wächst, und damit die Arbeit in den Bürgerämtern. Weitere 50 Stellen fordern Bezirkspolitiker. Aber bevor die kommen, will sich der Senat nicht nur die Zahlen, sondern auch die Abläufe genauer ansehen. Eine Organisationsuntersuchung soll klären, warum manche Bürgerämter ihre Mitarbeiter deutlich effizienter einsetzen als andere.

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Buergeramt Senatsinnenverwaltung - Martin Adam vor dem Fahrstuhl, es geht nach oben zum Staatsskretär (Bild: Dieter Freiberg)

Bürger Adam und das Amt

Keiner geht gern hin - doch jeder muss irgendwann hin: Das Bürgeramt ist Anlaufstelle, will man sich ummelden oder einen neuen Pass beantragen. An stundenlange Wartezeiten hatten sich die Berliner gewöhnt - aber mittlerweile sind aus den Stunden Wochen, ja Monate geworden. Inforadio-Reporter Martin Adam hat sich eine Woche lang durch die Berliner Verwaltung gefragt - er wollte wissen: Wann wird es besser? Was muss passieren, damit die Bürgerämter in Berlin ihrem Namen wieder mehr gerecht werden – nämlich für die Bürger auch wirklich da zu sein? Hier können Sie die Stationen seiner Recherche noch einmal nachlesen und -hören!