Schüler an Computern (Bild: imago/Stefan Noebel-Heise)
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Dienstag, 26.04.2016 | Das vernetzte Ich - Wie gut ist die Schule für das Netz gerüstet?

Wie könnte digitale Technik besser in der Schule eingesetzt werden? Wir sprechen mit einer E-Teacherin, schauen uns intelligente Lernprogramme an und fragen Autor Johnny Häusler ("Netzgemüse), wie "Aufzucht und Pflege der Generation Internet" gelingt.

Sie sind die "Digital Natives" – die Ureinwohner Digitalistans sozusagen: Kinder und Jugendliche wachsen heute völlig selbstverständlich mit digitaler Technologie auf und dass Vierjährige besser mit einem Tablet umgehen können als ihre Eltern, kommt erstaunlich häufig vor. Jugendliche sind völlig selbstverständlich im Internet unterwegs, tauschen Hausaufgaben per Whatsapp aus oder spielen am Computer oder der Spielekonsole mit anderen Spielern in aller Welt.

Aber: Was sie in vielen Schulen an digitalen Kompetenzen vermittelt bekommen, hat oft nichts mit ihrer Lebenswelt zu tun: Bei der nötigen Infrastruktur, also zum Beispiel der Ausstattung mit ausreichend Computern - geht das Problem häufig schon los.  Wie gut sind die Schulen für das Netz gerüstet? Martina Grosty ist E-Teacherin in Berlin und macht Weiterbildungen für Lehrer. Sie sagt: In Sachen Bildung ist noch einiges zu tun.

An der Montgolfier-Schule funktioniert es

Eine eigene Schul-Verwaltungs-IT sollte es geben, mit automatischen Schülerkonten und dezentralen Servern. Das war der Plan für Berlin - allerdings: vor sieben Jahren und vor etwa 43 Millionen Euro. Inzwischen wurde das Konzept verworfen, die Server werden wieder eingesammelt und die Berliner Schulen stehen digital immer noch ziemlich im Dunkeln. Wenn in Sachen digitaler Bildung etwas passiert, dann meist auf Inititative einzelner Schulen - wie der Gebrüder-Montgolfier-Schule in Treptow. Statt Lehrern geben hier Online-Videos den Unterricht. Inforadio-Reporter Martin Adam hat sich in den digitalen Mathe-Unterricht gesetzt.

Wie gelingen "Aufzucht und Pflege der Generation Internet"?

Wenn es so aussieht als sei das Smartphone mit der Hand eines Jugendlichen verwachsen und er oft drauf schaut – dann muss das erst mal gar nicht so negativ sein. Zumindest steht Johnny Häusler der digitalen Nutzung unter Jugendlichen eher positiv gegenüber. Häusler ist unter anderem Blogger, Moderator und Autor. Er hat vor vier Jahren das Buch "Netzgemüse" rausgebracht – ein Buch über die "Aufzucht und Pflege der Generation Internet". Ende Mai veranstaltet er die sogenannte TINCON, eine Konferenz, wo sich Jugendliche mit der digitalen Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen. Im Vis à Vis spricht er mit Laura Will über Nutzen und Gefahren der Netzaffinität junger Menschen.

Ein Lehrer ganz für mich allein!

Computer und die dazugehörige Software sind prädestiniert dazu, als Lernmittel genutzt zu werden. Deswegen boome Lernspiele in den vergangenen Jahren. Die Spiele-Industrie hat verstanden, dass Videospiele mehr können, als Spaß und Ablenkung zu bringen. Eine solche Software kann das Lernen lebendiger und interaktiver gestalten und ist flexibel einsetzbar - wenn es sich um ein intelligentes Lernspiel handelt. Ein junges Berliner Unternehmen hat ein solches entwickelt. Anja Dobrodinsky stellt Spiel und Entwickler vor.

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