Frauen tanzen und singen während einer Demonstration anlässlich des Internationalen Frauentags vor dem Parlamentsgebäude.
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100 Sekunden Leben - Ich feiere den Frauentag mit

Der 8. März ist Internationaler Frauentag, an dem weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Und den will unser Kolumnist Thomas Hollmann aus gegebenem Anlass mitfeiern.

Wenn Männer etwas zum Frauentag sagen, ist das meistens peinlich oder anbiedernd. Ich möchte heute trotzdem etwas bemerken, beschränke mich aber darauf, über Männer zu sprechen.

Seit bald zwei Wochen zerbombt Wladimir Putin die Ukraine und befielt die Rückkehr zum Rücksichtslosen. Es gilt das Recht des Stärkeren. Und allen dürfte klar sein: Siegt der Putinsche Maskulinismus, sieht die Welt anders aus. Weniger weiblich.

Nun gibt es auch herrschsüchtige, paranoide Frauen. Aber ich glaube, nicht so viele wie Männer. Und mir graut es vor der Vorstellung, Männer hätten wieder das alleinige Sagen. Das würde unser aller Leben verhärten.

Nun ist – gottlob – nicht jeder Mann ein Putin. Aber ein Putin reicht, um Tausende junge Männer in einen Krieg zu schicken, der sie zeichnen wird. Mein Vater war 17, als er Nazi-Deutschland verteidigen sollte. Vor dem Erlebten rannte er den Rest seines Lebens davon. Ohne Erfolg.

Als ich 17 war, habe ich gekifft und David Bowie gehört. Ich hatte das Glück, kein gewalttätiger Mann werden zu müssen. Ich durfte meine weiche Seite behalten. Und ich möchte, dass das alle jungen Männer dürfen.

Deshalb feiere ich heute den Frauentag. Weil ich glaube, dass die Gleichberechtigung vor männlichem Extremismus schützt. Und weil ich nicht auf der Seite eines Tollwütigen stehen will.