Iranische Demonstranten skandieren Slogans während einer anti-israelischen Versammlung vor der britischen Botschaft (Bild: picture alliance/dpa/AP/Vahid Salemi)
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Interview - Nahost-Experte: Israels Reaktion auf Iran "unglaublicher Drahtseilakt"

Nach dem ersten direkten Angriff des Irans auf Israel droht der Konflikt der beiden Länder zu eskalieren. Israel will Vergeltung, aber keinen Krieg auslösen. Simon Fuchs, Professor für Nahoststudien an der Hebräischen Universität in Jerusalem, berichtet von intensiven Debatten und dem Vorhaben, "sehr kalkuliert" vorzugehen.

Israel sucht nach dem Angriff durch den Iran nach einer Antwort, die weh tut, aber keinen Krieg auslöst. Das sagt Simon Wolfgang Fuchs, Professor für Nahoststudien an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Es seien "extrem intensive Gespräche" im Gange, um eine Entscheidung für einen Vergeltungsschlag zu treffen. Bisher höre er "durchaus besonnene Statements".

Möglicherweise Militärschlag auf Einrichtungen im Iran

 

Insgesamt sei die Reaktion auf Irans Angriff ein "unglaublicher Drahtseilakt", sagt Fuchs. Vorstellen könne er sich einen Militärschlag auf Einrichtungen im Iran. Damit wäre die Doktrin der Abschreckung erreicht, man würde aber auch signalisieren, dass man nicht bereit sei für einen großen Krieg.

Arabische Partner dürfen nicht verprellt werden

 

Eine Offensive berge aber auch eine große Gefahr, so Fuchs, nämlich arabische Partner zu verprellen. Mit deren Solidarität dürfe man nicht spielen. Israel wolle "sehr kalkuliert Schritte wählen". Er könne sich vorstellen, dass der Iran damit dann auch zufrieden sein könnte.

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Interview - Wadephul (CDU): Deutschland muss aktiver gegen Iran vorgehen

Nach dem Angriff des Irans auf Israel fordert der CDU-Außenexperte Johann Wadephul mehr Handlungen von Deutschland. "Der Iran muss eingedämmt werden und daran muss Deutschland sich viel aktiver beteiligen." Auch in der EU müsse das Land treibende Kraft sein.