Über dem Bahnsteig auf dem Bahnhof Eberswalder Straße weist ein Display auf den bevorstehenden Streik bei der BVG am 02.02.2024 hin.
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Interview - Verkehrsclub Deutschland: ÖPNV muss Priorität genießen

Am Freitag wird fast deutschlandweit bei den Nahverkehrsbetrieben gestreikt. Verdi hat nach eigenen Angaben rund 90 000 Beschäftigte aufgerufen. Alexander Kaas Elias vom Verkehrsclub Deutschland sagt, es sei wichtig, dass es im ÖPNV gute Arbeitsbedingungen gibt. Außerdem müsse mehr in den Nahverkehr investiert werden.

Die Tarifauseinandersetzungen im Nahverkehr haben unterschiedliche Hintergründe. Bei vielen Betrieben in Brandenburg geht es um mehr Geld für die Beschäftigten. Bei der BVG in Berlin fordert die Gewerkschaft Verdi bessere Arbeitsbedingungen. Alexander Kaas Elias vom Verkehrsclub Deutschland sagt, er könne die Anliegen der Beschäftigten verstehen. Es müsse genügend Geld für den ÖPNV da sein, damit es gute Arbeitsbedingungen in den Verkehrsbetrieben gibt.

"Die Bundesregierung hat sich ja das Ziel gesetzt, bis 2030 die Zahl der Fahrgäste auf der Schiene zu verdoppeln und auch im ÖPNV zu steigern. Das bedeutet allerdings, (...) dass entsprechend mehr in den ÖPNV investiert werden muss", sagt der Sprecher des Vereins, der bis 2023 auch für die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus saß. Angesichts des Fachkräftemangels und der Schichtarbeit sei es aktuell nicht einfach, das für den Ausbau benötigte Personal zu finden und zu halten.

Verkehrsclub: Mehr Mittel für ÖPNV freisetzen

 

Der ÖPNV müsse endlich bundesweit die Priorität genießen, die ihm zugeschrieben werde, fordert Kaas Elias. "Wir schlagen ja auch vor, das gegenzufinanzieren, indem man sukzessive die ökologisch schädlichen Subventionen abbaut und damit dann Mittel freisetzt, die in den ÖPNV gehen, um dann tatsächlich die Ziele zu erreichen." Mit den bisher bereitgestellten Geldern sei das nicht möglich.

Hintergrund

Warnstreik im Nahverkehr in Berlin und Brandenburg

In Berlin und Brandenburg sowie in fast allen anderen Bundesländern gibt es am Freitag einen Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr. In Brandenburg hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten in 14 Verkehrsunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Er soll bis Samstag 4 Uhr dauern.

Nicht bestreikt werden die Verkehrsbetriebe in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark und Oberspreewald-Lausitz. Bei der BVG in Berlin fuhren bis 10 Uhr keine U- oder Straßenbahnen und fast keine Busse.

Verdi verhandelt derzeit parallel über neue Tarifverträge für rund 130 Verkehrsunternehmen bundesweit. Die Forderungen sind unterschiedlich: Bei der BVG geht es um Arbeitsbedingungen wie Pausenzeiten und Urlaubstage, in Brandenburg auch um mehr Geld für die Beschäftigten.

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"Das Logo der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in der Nähe des U-Bahnhofs Gleisdreick"; © PHOTOTHEK/ Nicolas Lepartz
PHOTOTHEK/ Nicolas Lepartz

Interview - Verdi kündigt Warnstreiks bei der BVG an

Einigermaßen überraschend hat die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks bei der BVG angekündigt. Am Montag soll es dazu mehr Informationen geben. Landespolitikreporter Thorsten Gabriel findet die Ankündigung einigermaßen überraschend und sieht in ihr eher "Tarifverhandlungsfolklore".

Eine U-Bahn fährt am Berliner U-Bahnhof Museumsinsel ein (Bild: dpa / Christoph Soeder)
dpa / Christoph Soeder

Interview - Verdi-Vertreter: Druck für BVG-Beschäftige soll sinken

Die Gewerkschaft Verdi verhandelt ab Dienstag mit der BVG über bessere Arbeitsbedingungen für die rund 16 000 Beschäftigten. Verdi-Gewerkschaftssekretär Gordon Günther sagt, so sei die Hoffnung, dass kurzfristig die Krankenstände runtergehen und langfristig die BVG wieder als attraktiver Arbeitgeber gesehen wird.