Zwei Kinder werden in einer Spielsituation gestützt. (Quelle: Picture Alliance)
Jörg Carstensen
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Interview - Kindergrundsicherung: DGB fordert 12,5 Milliarden Euro

Die Kindergrundsicherung soll das heutige Kindergeld ablösen: Künftig sind ein für alle Kinder gleich hoher Garantiebetrag und ein einkommensabhängiger Zusatzbetrag geplant. Kinder bräuchten vor allem soziale Teilhabe und eine gute Ernährung, sagt Anja Piel vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

Damit die Grundbedürfnisse gedeckt sind, müsse man einem Kind ermöglichen, am sozialen Leben teilzuhaben, sagt DGB-Bundesvorstandsmitglied Anja Piel. "Es braucht einen Platz zum Lernen in einer Wohnung, die groß genug ist", erklärt sie. Auch die Mitgliedschaft im Sportverein, die Teilnahme an Klassenfahrten und gute Lehrmittel für die Schule gehörten dazu.

"Und es braucht einen gefüllten Magen", betont Piel. Kein Kind solle hungrig lernen müssen, weil nicht genug in der Brotbox sei oder die Familie das Mittagessen in der Schule nicht bezahlen könne. Denn das sei eine "ganz schlechte Voraussetzung, um in der Schule Erfolg zu haben". Dazu kämen andere Aspekte für eine gute Kindheit, wie etwa ein Haustier zu halten.

Der DGB habe bereits früh eine Berechnung für den Bedarf der Kindergrundsicherung in Auftrag gegeben - und sei dabei auf eine Summe von 12,5 Milliarden Euro gekommen. Damit könne man "schon mal eine gute Grundlage legen". Es handle sich dabei um eine Netto-Berechnung, betont Piel. Andere Berechnungen würden möglicherweise von einem Brutto-Betrag ausgehen.

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