Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, treffen sich am Rande des Nato-Gipfels zu einem bilateralen Gespräch.
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Interview - Nato-Gipfel: Demirel (Linke) fordert Friedensinitiative

Beim Nato-Gipfel in Vilnius haben mehrere Mitgliedsstaaten der Ukraine neue Waffen und Ausrüstung zur Verteidigung versprochen. Dabei könne das Schlachtfeld doch nicht die einzige Lösung sein, meint Özlem Demirel, Abgeordnete der Linken im Europaparlament.

Um den Krieg in der Ukraine zu beenden, sei eine politische Lösung nötig, sagt die Linken-Politikerin Özlem Demirel. Es hätten sich bereits mehrere Außenstehende bereiterklärt, in einer Friedensinitiative zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, betont sie - und nennt als Beispiele Brasilien, China und UN-Generalsekretär António Guterres. Doch diese Initiativen hätten Nato, EU und USA bisher abgelehnt, so Demirel.

Demirel beklagt "Kriegsrhetorik"


Die auf dem Nato-Gipfel bekräftigte Zusage zu militärischer Unterstützung für die Ukraine kritisiert die Linken-Politikerin. "Das Falsche wird fortgesetzt", sagt sie. "Der Krieg soll fortgesetzt werden." Dabei sei es unwahrscheinlich, dass die Ukraine diesen gewinne, aber genau darauf setze man und nehme in Kauf, "dass Tod, Leid, Elend, Zerstörung fortgesetzt" werden. Die Kriegsrhetorik müsse ein Ende haben, fordert Demirel. "Dass man nur das Schlachtfeld als einzige Lösung habe, kann doch nicht stimmen."

Verhandlungen nach der Gegenoffensive?


Es gebe ohnehin nur zwei Optionen: Entweder werde der Krieg noch Jahre oder Jahrzehnte andauern oder man setze sich nach der aktuellen Gegenoffensive am Jahresende zusammen und verhandle. "Und dann werden es nur fünf Meter Land in die eine oder die andere Richtung, warum jetzt wieder hunderte, tausende oder sogar hunderttausende Menschen sterben."

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