Ein Zug der Ostdeutsche Eisenbahn Gmbh fährt an einem blühenden Rapsfeld bei Zernitz-Lohm vorbei (Bild: dpa / Soeren Stache)
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Interview - Oberhavel-Landrat Tönnies zum 29-Euro-Ticket: Brandenburger werden auch vernünftige Lösung wollen

Brandenburg lässt Berlin zwar bei der Umsetzung des 29-Euro-Tickets gewähren, beteiligt sich selbst aber nicht daran. VBB-Aufsichtsratsmitglied Alexander Tönnies wäre eine gemeinsame Lösung lieber gewesen. Deswegen hofft der Landrat des Kreises Oberhavel jetzt auf ein bundesweites Ticket.

Ab Oktober wird es in Berlin ein 29-Euro-Ticket für den Tarifbereich AB geben. Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg hat der Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket am Donnerstag zugestimmt. Brandenburg wird vorerst nicht am 29-Euro-Ticket teilnehmen. Aufsichtsratsmitglied Alexander Tönnies wäre eine gemeinsame Lösung von Berlin und Brandenburg lieber gewesen. Letztlich hätte man sich den Berliner Plänen aber auch nicht in den Weg stellen wollen.

"Ich persönlich hätte es lieber gesehen, wenn wir die Energie, die wir jetzt brauchen, um das umzusetzen, in eine bundesweite Lösung für alle Menschen, die den ÖPNV nutzen wollen, umgesetzt hätten", sagt der Landrat des Kreises Oberhavel. Am Ende seien aber auch unterschiedliche Ansätze der Landesregierungen in Berlin und Brandenburg ein Grund für die nicht einheitliche Lösung gewesen.

Brandenburg bevorzugt bundesweites Ticket

 

"Für uns in Brandenburg stand eine bundesweite Lösung im Vordergrund", erklärt Tönnies. Der Landrat wünscht sich eine verlässliche Finanzierung von Bund, Ländern und Kommunen für eine Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket, idealerweise ab Januar 2023. Ein solches Ticket solle sich in einem Korridor von 29 bis 69 Euro abspielen. "Das ist sicherlich ein vertretbarer Rahmen und ein guter Einstieg in einen bezahlbaren ÖPNV."

Man werde aber auch vorher schon Menschen in Brandenburg haben, die angesichts des 29-Euro-Tickets für Berlin auch eine vernünftige Lösung für Brandenburg wollen, ist sich Tönnies sicher. "Um so wichtiger ist es, dass sich Bund und Länder schnell einigen, um zum 1. Januar 2023 ein Nachfolgeticket zu schaffen."