Leere S-Bahnschienen hinter dem Bahnhof Friedrichstraße in Richtung Alexanderplatz in Berlin (Bild: dpa / Soeren Stache)
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Interview - Berliner Fahrgastverband kritisiert: Zu viele S-Bahn-Baustellen gleichzeitig

Wegen Bauarbeiten ist die S-Bahn-Strecke zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße die nächsten zehn Tage gesperrt. Und auch vor Königs Wusterhausen und bei Bernau wird weiter gebaut. Jens Wiesicke vom Berliner Fahrgastverband missfällt auch der unübersichtliche Schienenersatzverkehr.

Auch Jens Wiesecke vom Berliner Fahrgastverband hat aufgrund der vielen Baustellen an den Bahnstrecken in und um Berlin ein wenig den Überblick über die Bauprojekte verloren. "Ich überblicke das auch nur noch rudimentär, wo überall gebaut wird." Ab Montag kommt zu den Großbaustellen vor Königs Wusterhausen und in Richtung Bernau nun auch noch die Sperrung der S-Bahnstrecke zwischen Friedrichstraße und Ostbahnhof dazu.

"Da muss man sich auch fragen, ob es sinnvoll ist, so viele Baustellen alle gleichzeitig zu machen", findet Fahrgastvertreter Wiesecke. Ein zusätzliches Problem sei noch, dass Berlin langsam die Busse und Busfahrer für den Schienenersatzverkehr ausgehen. "Ich habe letztens einen Bus mit Regensburger Theaterwerbung gesehen, der hier fuhr. Das spricht dafür, dass man jetzt aus ganz Deutschland zusammenfegen muss."

Neue Konzepte für den Schienenersatzverkehr

 

Dabei sei der Schienenersatzverkehr zwischen Friedrichstraße und Ostbahnhof nicht optimal gelöst. Weitgehend parallel zur S-Bahnstrecke fahre etwa die Buslinie 300. Man hätte auch den verstärken können, meint Wiesecke. "Einfach nur die Bahnhöfe abzufahren in einem so dicht besiedelten Bereich, das ist es nicht. Die Leute wollen weiterkommen."

In Königs Wusterhausen wiederum seien aktuell sowohl S-Bahnen als auch die Regionalzüge von den Bauarbeiten betroffen. Auch hier seien komplizierte Lösungen gefunden worden, die zu unübersichtlich für viele Fahrgäste seien, kritisiert Wiesecke. Er stellt deswegen erneut die Frage, ob nicht ein möglichst kompakter Ersatzverkehr mit wenigen Linien die bessere Lösung gewesen sei. Auch weil sich die Bauarbeiten in Richtung Cottbus wohl noch über Monate hinziehen werden.