Eine Frau in Makariv geht auf dem Weg zum Markt an einem zerstörten Gebäude vorbei (Bild: dpa / Natacha Pisarenko)
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Interview - Wandlitzer Bürgermeister in der Ukraine: "Diese Erfahrung der Auslöschung ist sehr, sehr schwierig"

Wandlitz in Brandenburg hat eine strategische Partnerschaft mit der ukrainischen Kleinstadt Makariv geschlossen. Oliver Borchert, der Bürgermeister von Wandlitz, hat den Vorort Kiews besucht und war erschüttert von der Zerstörung, die die russische Armee hinterlassen hat.

Um ihre Solidarität mit der Ukraine auszudrücken, hat Wandlitz in Brandenburg eine strategische Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Makariv abgeschlossen. Zu diesem Zweck war nun auch der Bürgermeister von Wandlitz, Oliver Borchert, in der Ukraine, um den Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu besuchen.

Die Erfahrungen auf seiner Reise seien sehr bedrückend gewesen, sagt Borchert, der sich inzwischen wieder auf dem Rückweg aus der Ukraine befindet. "Die Bilder sind für uns alle sehr weit weg, wenn wir zuhause vor dem Fernseher sitzen." Aber die Menschen in Makariv zu treffen und die zerstörten Gebäude vor Ort zu sehen, sei etwas ganz anderes gewesen.

Zerstörungswille der russischen Armee schwer aushaltbar

 

"Es sind hunderte Wohnhäuser zerstört worden", berichtet Borchert. Auch Schulen, das Krankenhaus, Kindergärten, Polizeistationen und das Büro des Bürgermeisters von Makariv seien direkt getroffen worden. Die Erfahrung, dass sich dieser Krieg nicht nur zwischen zwei Armeen abspiele, sondern dass die russische Seite alles zerstören wolle, was die Ukraine ausmache, sei für ihn völlig neu gewesen.

"Die Erfahrung der Auslöschung, all dessen was die Ukraine ist, und die Verhinderung der Rückkehr der Menschen, durch die bewusste Zerstörung all dieser Strukturen, die zu einem Leben dazu gehöhren, ist sehr, sehr schwierig." Der Zerstörungswille der russischen Armee habe ihn aber auch weiter darin bestärkt, dass die Unterstützung der Wandlitzer für Makariv richtig und wichtig sei, so Borchert. Auch dafür sei der Besuch hilfreich gewesen, um noch genauer einschätzen zu können, welche Hilfe jetzt gebraucht wird.