Die ersten Frühlingsboten, hier Krokusse, im Schlosspark Biesdorf in Berlin-Marzahn-Hellersdorf (Bild: IMAGO / Hohlfeld)
IMAGO / Hohlfeld
Bild: IMAGO / Hohlfeld Download (mp3, 8 MB)

Interview - NABU-Referentin Brecht: "Die Jahreszeiten haben sich massiv verschoben"

Bis zu 14 Grad am Valentinstag. Der Februar in Deutschland ist bisher ungewöhnlich warm. Einige Experten rechnen damit, dass die kalte Jahreszeit schon wieder vorbei ist. Das hat deutliche Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen, erklärt Manuela Brecht vom NABU Brandenburg.

Krokusse, Schneeglöckchen und Märzenbecher sprießen, dazu gibt es Vogelgezwitscher und Sonnenschein. Statt Minusgraden gibt es in diesem Februar bisher äußerst milde Temperaturen. Die Natur sprieße gerade mit aller Gewalt, sagt Manuela Brecht, Naturschutzreferentin beim Naturschutzbund Brandenburg.

Es sei zwar möglich, dass es dieses Jahr noch einmal Frost gebe, so Brecht, doch viele Experten gehen inzwischen davon aus, dass der Winter sich für dieses Jahr bereits endgültig verabschiedet hat. "Das hat natürlich große Auswirkungen auf die Natur", so Brecht.

Tiere, Pflanzen und Menschen reagieren auf verschobene Jahreszeiten

 

Einerseits fehle durch den Frost ein wichtiges natürliches Regulativ, um Schädlinge zu bekämpfen und die übermäßige Ausbreitung bestimmter Insekten- und Tierarten zu verhindern, erklärt die Naturschützerin. Andererseits würden auch Vogelarten wie Amsel, Drossel, Fink und Star durch die milden Temperaturen bereits zum Nestbau animiert werden.

"Die phänologischen Jahreszeiten haben sich inzwischen massiv verschoben", erklärt die NABU-Referentin. Im Vergleich zur Zeit vor 1990 gebe es inzwischen 20 Wintertage weniger. Das wirke sich nicht zuletzt auch auf Allergiker aus, da auch Hasel, Erle und Ulme zu blühen beginnen.