- Die Geschichte der Bundesgartenschau

Die Bundesgartenschau in der Region Havelland ist in vollem Gange. Alle zwei Jahre findet sie seit 1951 an einem anderen Standort in Deutschland statt, mit großem Aufwand werden Bäume gepflanzt, Beete angelegt und Wege gezogen. Wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Anna Pataczek ist der Geschichte nachgegangen.

Die Bundesgartenschau in der Region Havelland ist in vollem Gange. Alle zwei Jahre findet sie seit 1951 an einem anderen Standort in Deutschland statt, mit großem Aufwand werden Bäume gepflanzt, Beete angelegt und Wege gezogen. Wie hat das Ganze eigentlich angefangen? Kulturreporterin Anna Pataczek ist der Geschichte nachgegangen.

"Das hat damit zu tun gehabt, dass die Herrscherhäuser Pflanzenexpeditionen in Auftrag gegeben haben. Das heißt, es sind exotische Pflanzen in Südamerika und anderen Ländern gefunden worden und auf abenteuerliche Weise nach Europa verschifft worden. Und diese Pflanzen hat man dann auch gezeigt. Man hat sie sich untereinander gezeigt, aber auch der Bevölkerung," sagt Jochen Sandner, Chef der BUGA.

Pflanzenschauen demonstrierten Neugier auf die Welt und zugleich die Potenz des Herrscherhauses,  versprachen den Reiz des Fremden und lehrten die Bevölkerung das Staunen. Hortensien, Lilien, Dahlien - all diese Sorten stammen aus fernen Ländern. Das Interesse an  Pflanzen wuchs, das Gärtnern wurde populär - so sehr, dass im 19. Jahrhundert in Deutschland erste Gartenmessen veranstaltet wurden.

Sandner: "Es war natürlich auch ein bürgerliches Publikum bei diesen Gartenschauen, die durchaus auch Hausgärten hatten, und für die waren dann diese Gartenschauen regelrecht auch die Schaufenster des Gartenbaus und aus diesem Schaufenster heraus hat man sich Anregungen geholt, man konnte bestellen. Also es waren Verkaufsmessen, die sich an Kunden orientiert haben."

1951 fand dann in Hannover die erste offizielle Bundesgartenschau in West-Deutschland statt - mit einem konkreten Ziel - Jochen Sandner: "Die Gartenschauen in den 50er Jahren waren sehr stark dem Wiederaufbau von zerstörten Grünanlagen oder dem Aufbau nicht vorhandener Grünanlagen in den Städten gewidmet."

Nach Hannover waren weitere zerbombte Großstädte West-Deutschlands dran, Köln, Hamburg, Kassel. In Dortmund sprach 1959 Bundespräsident Theodor Heuss: "Eine Gartenschau ist keine Sache, die man aufstellt, ausstellt und dann zum Spätherbst abräumt. In ihrem Wesen liegt der Anspruch auf Dauer. Stadt und Landschaft verschränken sich ineinander."

Gartenschauen waren Teil der Stadtentwicklung. Und um Erholung ging es natürlich auch. Nur sah die damals anders aus - Jochen Sandner: "Ich erinnere meinen ersten Besuch, 1963 in Hamburg, damals musste man noch von den Rasenflächen wegbleiben, und das empfanden wir als Kinder doch recht langweilig."

Inzwischen gehören Spielplätze fest zur Gestaltung von Bundesgartenschauen. Und auch die Kleiderordnung hat sich gewandelt: auf Schwarz-Weiß-Fotos von früher sieht man, wie die Besucher einst mit Kompotthut und Krawatte durch die Grünanlagen spazierten.

Pfingstmontag spezial

Blühende Tulpen auf der Bundesgartenschau 2015 (Bild: Jens Wolf/dpa)
dpa-Zentralbild

Von der Kunst des Gärtnerns und dem Garten in der Kunst

Den ganzen Frühling und Sommer lang macht die Bundesgartenschau die Havelregion zum Sehnsuchtsort für Gartenliebhaber. Zu Pfingsten geht auch Inforadio der Lust auf grüne Oasen nach. Wir erzählen Geschichten über urbane Gartenkultur, wir zeichnen nach, wie die Gartensehnsucht Musik, Malerei, Literatur und Kunst prägt, und wir verraten, wo Sie besonders schöne Gärten auch außerhalb der BUGA finden können.