Gefängnis auf Robben Island - Foto: rbb Inforadio/Thomas Prinzler

- Gedenkstätte und Heimat von Pinguinen

Die zweite Station von Thomas Prinzlers Südafrikareise ist Robben Island. Dort war der frühere Anti-Apartheids-Kämpfer und erste schwarze Präsident seines Landes, Nelson Mandela, 27 Jahre im Gefängnis. Auf Robben Island sind aber auch Afrikas einzige Pingiune heimisch.

Nelson Mandela kennt in Südafrika jeder - und er ist allgegenwärtig: auf allen Geldscheinen, in Geschäften, öffentlichen Gebäuden, im Flugzeug, als Foto-Statue oder kunstvoll aus Perlen und Draht geformt.

Thomas Prinzler neben einer Büste von Nelson Mandela - Foto: rbb Inforadio/Thomas Prinzler

Doch wirklich berührt werde ich auf Robben Island, das ich nach der einstündigen Herfahrt von Kapstadt aus erreiche. Dort war Nelson Mandela 27 Jahre ein- und weggesperrt durch das Apartheid-Regime. Der Gefängnistrakt ist erdrückend wie Mandelas Zelle. Und es schein ein Wallfahrtsort für Touristen zu sein und für überwiegend schwarze Südafrikaner, die förmlich an den Lippen des ehemaligen Häftlings hängen, der erzählt vom Leben und Kampf im Gefängnis von Robben Island und vom Wunder von Südafrika, als Mandela das Land versöhnte.

Brillenpinguine auf Robben Island - Foto: rbb Inforadio/Thomas Prinzler

Aber die Insel ist nicht nur durch die heutige Gedenkstätte für den Anti-Apartheid-Kampf geprägt. Sie ist praktisch auch Kampfort von Professor Les Underhill, der sich seit Jahrzehnten der einzigen in Afrika heimischen Pinguinenart widmet, den black footed penguins, oder deutsch: den Brillen-Pinguinen. Seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts siedeln sie dort wieder. Underhill konnte den Bestand trotz mehrerer Öl-Havarien vor Kapstadt stetig ausbauen bis zum Höhepunkt 2003. Damals siedelten auf Robben Island 9.000 Brutpaare. Seitdem geht der Bestand kontinuierlich zurück und liegt heute bei nur noch 2.000 Brutpaaren dieses einzigartigen Vogels.

Brillenpinguine auf Robben Island in Südafrika - Foto: rbb Inforadio/Thomas Prinzler

Doch auf das Warum hat Les Underhill, Direktor der Abteilung für Demografie der Tiere an der Universtität Kapstadt keine schlüssige Antwort. Eine Hypothese, an deren wissenschaftlicher Überprüfung er und seine Kollegen arbeiten, lautet: die Brillen-Pinguine finden weniger Futter, da die von ihnen bevorzugten Sardinen und Sardellen aufgrund des Klimawandels abgewandert sind.

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