Kriegsfluechtlinge aus der Ukraine nach ihrer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof
Bild: IMAGO / Olaf Schuelke

Krieg in der Ukraine - Migrationsbeauftragte spricht sich für Ausrufung des Katastrophenfalls aus

Zehntausende Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine sind bereits in Berlin angekommen - und es werden noch mehr werden. Berlins Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial fordert, den Katastrophenfall auszurufen, mehr Hilfe vom Bund und eine europaweite Verteilung der Geflüchteten.

"Ich finde, wir sollten ernsthaft überlegen, ob wir diesen Katastrophenfall nicht ausrufen", sagt Katarina Niewiedzial, Senats-Beauftragte für Migration und Integration. Der Katastrophenfall ermögliche flexibel, Räumlichkeiten - etwa Sporthallen - zu beschlagnahmen, die als Notunterkünfte genutzt werden können.

"Das ist natürlich keine Lösung auf Dauer, aber sie würde uns helfen, schnell Unterkünfte zu schaffen", so die Migrationsbeauftragte. Darüber hinaus könnten in so einem Fall leichter Personen von ihren Regelaufgaben abgezogen werden, um zu unterstützen.

Migrationsbeauftragte Niewiedzial: "Das ist nicht nur eine Berliner Aufgabe, sondern eine bundesweite Aufgabe"

 

Die Situation im Umgang mit den Geflüchteten sei in Berlin stabiler als zu Anfang des Krieges, es gebe aber noch große Schwierigkeiten, mit der Zahl der Ankommenden umzugehen. "Das ist nicht nur eine Berliner Aufgabe, sondern eine bundesweite Aufgabe", sagt Niewiedzial. Zudem müsse europaweite Verteilung in den Blick genommen werden.

Integrationsbeauftragte: "Müssen kreativ überlegen, wie wir die Beschulung gewährleisten"

 

Die Integrationsbeauftragte spricht sich zudem gegen spezielle Integrationsklassen nur für Kinder aus der Ukraine aus. "Leider zeigt unsere Erfahrung von ganz vielen Kriegen in dieser Welt, dass Menschen doch länger bleiben, als sie sich eigentlich wünschen." Daher sei es wichtig, dass Kinder von Anfang an zusammen mit anderen unterrichtet werden. Zudem müsse man kreativ werden und etwa für Schulgebäude über eine Mehrfachnutzung nachdenken. "Wir können es uns eigentlich nicht leisten, dass die Schulgebäude einen halben Tag leer stehen", so die Berliner Integrationsbeauftragte.

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