Der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Sergei Shoigu und Militärchef Valery Gerasimov.
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Krieg in der Ukraine - Militärexperte: Derzeit keine Gefahr eines Atomkriegs

Der russische Präsident Waldimir Putin hat am Sonntag die Abschreckungskräfte der russischen Armee in besondere Kampfbereitschaft versetzt – das umfasse auch Atomwaffen. Es handele sich dabei aber um eine reine Drohung mit Worten, betont der ehemalige Oberst der Bundeswehr Ralph Thiele.

Nuklearstreitkräfte seien eigentlich immer in einer Sofortbereitschaft, erklärt Thiele. "Sodass das im Wesentlichen jetzt erstmal eine Drohung mit Worten ist." Sie solle dem Westen signalisieren, dass er sich aus dem Konflikt heraushalten solle.

Thiele: "Es geht nicht tatsächlich um den Einsatz von Nuklearwaffen"

 

Russland verfüge über etwa 4500 nukleare Sprengköpfe. Diese könnten auch in strategischen Waffen, etwa Interkontinentalraketen, eingesetzt werden. Es gebe auch taktische Nuklearwaffen, die etwa elektronische Geräte oder konventionelle Militärkräfte des Gegners zerstören sollen. "Das sind sozusagen aus russischer Planung die klassischen Einstiege in einen Nuklearkrieg", sagt Thiele.

Dennoch gebe es im Moment keinen Grund zur Beunruhigung. "Putin droht und sagt, nehmt mich Ernst. Aber es geht nicht tatsächlich um den Einsatz von Nuklearwaffen, weil diese Voraussetzung, dass hier große konventionelle Kräfte aufeinander treffen, nicht gegeben sind", sagt der Vorsitzende der Politisch-Militärischen Gesellschaft. "Ich bin hier in keinerlei Besorgnis." Es handele sich um einen verbalen Gefecht, aber derzeit nicht um ernsthafte Pläne.

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