Ola (l-r), Sascha und Tanja aus dem ukrainischen Schytomyr warten in der Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der Ukraine auf dem Hauptbahnhof.
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Krieg in der Ukraine - Geflüchtete in Berlin: "Menschen geben ihre Träume nicht auf"

Vor drei Monaten hat Russlands Präsident Putin den Krieg gegen die Ukraine begonnen und damit mehrere Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Über 230.000 von ihnen leben jetzt in Berlin. Für die meisten von ihnen sei es am wichtigsten, schnell eine Arbeit zu finden, sagt Oleksandra Bienert, die sich in der Geflüchtetenhilfe engagiert.

Die Menschen aus der Ukraine berichteten von großer Solidarität in Berlin, sagt Bienert. Gleichzeitig sei die Verzweiflung bei vielen groß. Die Geflüchteten müssten den Krieg nun aus der Ferne beobachten. Das erzeuge ein großes Gefühl von Ohnmacht. "Man kann nichts machen und weiß auch nicht, wann man zurück kann", sagt Bienert. Diese Unsicherheit sei für viele sehr schwierig. "Aber gleichzeitig sagen mir Menschen, dass sie auch nicht aufhören zu Träumen oder Pläne zu schmieden", sagt Bienert.

Bienert: Arbeit ist für viele das Wichtigste

 

Bei der Ankunft in Deutschland gebe es viele Herausforderungen. "Das schwerste ist einfach, dass man die Sprache nicht kann und auch keinen kennt", sagt Bienert. Am wichtigsten für die meisten sei es, eine Arbeit zu finden. "Das kann schon sehr schwierig sein, wenn man das ganze Leben ein Subjekt des eigenen Handelns war und plötzlich ist man in einer Situation, in der man nichts mehr machen kann, außer auf Hilfe angewiesen zu sein", sagt Bienert.

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