Der Krieg in der Ukraine könnte zu Getreide-Engpässen in Ländern wie Palästina, Libanon, Jemen und vielen afrikanischen Staaten führen.
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Krieg in der Ukraine - Staatssekretär Annen: Weizenpreiserhöhung kann fatale Folgen haben

Der Preis für Weizen ist durch den Krieg in der Ukraine deutlich angestiegen. Für viele Staaten des globalen Südens bedeutet das Versorgungsengpässe, die zu Hungersnöten und Destabiliserung führen könnten, warnt Niels Annen, Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist der Preis für Weizen deutlich angestiegen. Während die Weizenproduktion in der Ukraine durch den Krieg weitestgehend eingestellt werden musste, hat Russland vorerst einen Exportstopp für Weizen verhängt. Beide Länder decken etwa ein Viertel der weltweiten Weizenexporte ab.

Bis zu 13 Mio. Menschen könnten so zusätzlich von Hunger bedroht werden, warnt Niels Annen, SPD-Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. "Wir müssen darauf hinweisen, dass wir es mit einer für viele Länder dramatischen Situation zu tun haben."

Nächste Weizensaat in der Ukraine irgendwie ermöglichen

 

Länder wie Tunesien, die auch schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine in großen ökonomischen Schwierigkeiten gewesen seien, würden ihre politische Stabilität auch durch die Subventionierung von Grundnahrungsmitteln gewährleisten, erklärt Annen. "Wenn das nicht mehr möglich ist, kann das fatale Folgen haben für die Stabilität haben."

Die internationale Gemeinschaft müsse deswegen jetzt mehrere Dinge tun, fordert der Staatssekretär. Man müsse den besonders von der Weizenpreiserhöhung betroffenen Ländern helfen, unmittelbar mit der Krise klarzukommen. Gleichzeitig müsse man versuchen, in der Ukraine trotz des Krieges die nächste Weizensaat zu ermöglichen, um die Weizenversorgung wieder zu stabilisieren.

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