Eine Krankenschwester in einem Krankenhaus in Kramatorsk in der Region Donetsk verdeckt medizinische Instrumente zum Schutz vor Angriffen.
Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Krieg in der Ukraine - Ärzte ohne Grenzen: "Es fehlt an allem"

Die humanitäre Situation in der Ukraine ist durch die anhaltenden Angriffe Russlands kritisch. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen bringt Teams und medizinische Ausrüstung ins Land. Christian Katzer, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, berichtet, dass seine Organisation versucht, Lieferketten für medizinisches Material aufzubauen.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen sei mit mehreren Teams im Land, unter anderem in der Hafenstadt Mariupol, schildert Christian Katzer, Geschäftsführer der deutschen Sektion. Vor Ort seien nach dem Beschuss inzwischen Supermärkte und Apotheken leer. "Im Moment ist es für uns nicht möglich, Hilfsgüter in die Stadt zu bringen", kritisiert Katzer.

Fokus auf medizinische Hilfe

 

Ärzte ohne Grenzen würde sich vor allem auf die Versorgung mit Medikamenten, chirurgische Eingriffe und die Unterstützung von Menschen mit chronischen Krankheiten konzentrieren. "Auch für uns ist die Lage im Moment noch sehr unübersichtlich". Die Organisation sei im direkten Kontakt mit Krankenhäusern, um zu sehen, wo noch Sachen gebraucht würden. Es gebe eine Lieferkette nach Polen, von wo aus Ärzte ohne Grenzen Material in die Ukraine brächten.

Hilfe für Menschen, die nicht fliehen können

 

Katzer betont, dass Zivilisten unter internationalem Schutz stünden und von allen Konfliktparteien geschützt werden müssten. Ärzte ohne Grenzen stünde auch mit Teams in den Nachbarländern wie Moldawien und Russland bereit, um Geflüchetete in diesen Ländern zu unterstützen. Dort sei die Lage "noch nicht sehr angespannt".

Auch auf inforadio.de

"World help us" steht am mit Sandsäcken geschützten Denkmal der Fürstin Olga in der Innenstadt von Kiew.
dpa

Russischer Angriff - Krieg in der Ukraine

Seit Ende Februar herrscht Krieg in Europa: Russland greift die Ukraine militärisch an. Im ganzen Land stehen die Städte immer wieder unter Beschuss. Mehrere Millionen Menschen sind auf der Flucht. Inforadio begleitet die Entwicklung und erklärt Hintergründe in Interviews, Reportagen und Podcasts.