Archiv: 06.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Jens Spahn (l-r), Bundes-Gesundheitsminister, Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Friedrich Merz sitzen vor Beginn der CDU-Landesvorstandssitzung am Präsidiumstisch. Ex-Unionsfraktionschef Merz und Gesundheitsminister Spahn haben ihre Kandidaturen für den Parteivorsitz erklärt.
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- Spahn, Merz oder Laschet? - "Die CDU braucht alle drei"

Die CDU wird ihre Führungsfrage möglicherweise doch früher als geplant entscheiden. ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz sieht Armin Laschet als einen geeigneten Kandidaten, wie er im Interview deutlich macht.

Spahn, Merz, Laschet – das sind die Namen im Rennen um die neue CDU-Führung nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer ihren Rücktritt verkündet hat. Klar geäußert habe sich aber noch keiner der Kandidaten, erklärt Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Generalsekretär. "Aus meiner Sicht braucht die CDU alle drei", sagt er. "Die Frage ist, in welcher Aufstellung im Führungsteam."

Die CDU als Volkspartei müsse sich breit aufstellen, betont Polenz. "Sie muss etwa potenziell 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler ansprechen, damit sie einen Wähleranteil von 30 bis 35 Prozent bekommt", sagt er. Nur dann werde der Anspruch einer Volkspartei wirklich eingelöst.

 

Verlorene Wähler zurückgewinnen

 

Die CDU stehe in dieser Übergangsphase vor zwei wichtigen Aufgaben. "Das eine ist sicherlich verloren gegangene Wähler zurückzugewinnen", meint Polenz. Andererseits müssten aber auch diejenigen Wähler gehalten werden, die zur CDU wegen Angela Merkel gekommen seien. "Das wird in der Diskussion leider oft übersehen", so Polenz.

 

Laschet an der Spitze?

 

Seiner Meinung nach könnte Armin Laschet diese Position am besten ausüben. Mit Armin Laschet an der Spitze würde die CDU nicht unbedingt Merz- oder Spahn-Befürworter verlieren - "vor allen Dingen dann nicht, wenn in der Aufstellung der Partei klar wäre, dass auch Persönlichkeiten wie Friedrich Merz und Jens Spahn eine herausgehobene Rolle spielen", betont Polenz.

Denn es gäbe viele wichtige Positionen, die der deutschen Öffentlichkeit zeigen können, dass die CDU breit aufgestellt sei und dass sie in der Lage sei, starke Personen zu integrieren. "Jeder kann seine Stärken auch entfalten, wenn man das solidarisch auch für die gesamte Partei tut", so Polenz.